Jaan Albrecht von

Mobbing gegen AUA-Chef

Jaan Albrecht saniert die Fluglinie. Intern mutiert der Boss aber zum Hassobjekt.

Jaan Albrecht - Mobbing gegen AUA-Chef © Bild: News Appelt Michael

Nächste Woche wird AUA-Boss Jaan Albrecht Bilanz für 2012 ziehen und überraschend schwarze Zahlen präsentieren. Die Austrian Airlines Group hat 2012 einen Gewinn eingefahren. Ende 2011 wurde Albrecht von der Lufthansa als AUA-Sanierer eingesetzt. Genau deshalb mutierte der gebürtige Mexikaner zum Hassobjekt.

In der Betriebsratszeitung "Luftpost“ (siehe unten) wird die Überheblichkeit von Albrecht und seinen "Vasallen“ angeprangert. Gemobbt fühlt sich auch Bord-Betriebsrat Karl Minhard, weil er trotz Zusage nicht zum Fluglehrer befördert worden ist. Als solcher verdient man um 980 Euro brutto mehr. Minhard hat die AUA geklagt. Eine weitere Dimension des Kampfes.

Titelblatt der "Flugpost" der AUA (März 2013)
© NEWS (beigestellt) Jaan Albrecht saniert. Die Belegschaft rächt sich mit Titelblatt.

NEWS: Im ersten Halbjahr 2012 weist die AUA einen operativen Verlust von 55 Mio. Euro aus. Wird es im Gesamtjahr einen operativen Gewinn geben?
Albrecht: Nein, nicht ohne Einmaleffekt. Aber wir konnten durch eine Kapitalerhöhung der Lufthansa von 140 Mio. Euro zumindest schon wieder in neue Sitze und ein Video-on-Demand-System auf der Langstrecke investieren. Ich kann die konkreten Zahlen aber erst am 14. März bekannt geben. Das ist der Tag, an dem wir unsere Bilanzpressekonferenz haben.

NEWS: Bedroht eine der Klagen, die der Betriebsrat gegen die Kollektivvertrags-Kündigung eingereicht hat, die AUA-Bilanz?
Albrecht: Unser Reformprogramm war für die Austrian Airlines eine Frage des Überlebens. Und juristisch haben wir einen Weg gewählt, der von den besten Arbeitsrechtlern dieses Landes geprüft wurde. Die Bedrohung lag eher in der Vergangenheit.

NEWS: Teile des Betriebsrates meinen, der AUA geht es bereits besser, als Sie es darstellen. Wollen Sie so härtere Sanierungsmaßnahmen durchsetzen?
Albrecht: Man darf Einmaleffekte nicht mit einer nachhaltig gesunden Basis verwechseln.

NEWS: In der aktuellen "Luftpost“ des Bord-Betriebsrates werden Sie als "Sonnenkönig“, "abgehoben“ und mit "absolutem Machtanspruch“ dargestellt. Trifft Sie das?
Albrecht: Das Betriebsratsmagazin hat eine lange Tradition. Jeder Manager, der etwas bewegt, wird mit Geschichten bedacht. So erfüllt es seinen kathartischen Zweck. Für mich ist wichtig, dass die Flugbegleiter und Piloten in der Luft einen guten Job machen - und das tun sie. Die "Luftpost“ ist aber durchaus witzig. Ich werde dort stets mit Sombrero abgebildet. Vielleicht deshalb die Analogie zur Sonne …

NEWS: Es wird berichtet, dass einige AUA-Mitarbeiter sich umdrehen, wenn Sie kommen, und Ihren Gruß nicht erwidern; sogar im Firmenlift. Kann man sich daran gewöhnen?
Albrecht: Das geschah tatsächlich ein-, zweimal am Höhepunkt des Betriebsübergangs im vergangenen Jahr. Mir tat das sehr leid, zu sehen, dass es Mitarbeiter gibt, die die Sanierung als persönlichen Angriff sahen. Mir ist das aber schon lange nicht passiert. Heute ist es eher umgekehrt. Mitarbeiter bestärken mich, nicht vom Sparkurs abzuweichen. Sie sehen nun den Erfolg.

NEWS: Anders gefragt: Wie fühlt man sich als Chef, der von seinen Mitarbeitern gemobbt wird?
Albrecht: Wir haben 2012 eine außergewöhnliche Situation gehabt, das darf man nicht vergessen, und die Mitarbeiter hatten Angst um ihren Job. Ich bin niemandem bös, nur weil er Ängste zeigt. Heute ist die Situation anders, wir haben noch einmal die Kurve gekratzt.

Das komplette Interview mit Jaan Albrecht können Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (10/2013) nachlesen!

Kommentare

Jaan Albrecht has been known for mobbing his staff for years - while he was at Star Alliance or his earlier jobs. He always favored his yes-employees and mobbed who were not. Jaan got away with this for years as peole left with integrity. It s good to see someone perhaps AUA Betriebsrat is going to show Jaan Albrecht that his wild tactics may work in wild places but not in civilised world.

Sonja Leitner

@strizzi49:... sagt einer der sich über den Kollektivvertrag, das Urlaubs -/Weihnachtsgeld und nicht zu vergessen die jährliche Gehaltserhöhung von 2-3 % freut.

Nicht jeder ist bei der Gewerkschaft (der Betriebsrat ist). Aber jeder freut sich über die positiven Effekte darüber.

Ob die BR-Zeitung okay ist oder nicht, das entscheidet der gute Geschmack, sie ist aber nicht von der Gewerkschaft!

Wie abgehoben muss ein "Betriebsrat" sein, seinen Arbeitsgeber zu klagen, weil er nicht befördert wurde? Diese Betriebssesselkleber und Neinsager sind an so manchem Niedergang eines Betriebes Schuld! Dieses Gewerkschaftssystem gehört einmal gründlich überarbeitet! Die waren einmal wichtig ( so vor 100 Jahren) aber heute sind sie ein Hindernis !!!

Oliver-Berg

Jaan Albrecht macht einen soliden Job. Schließlich gilt es ja eine defizitäre Fluglinie nachhaltig zu sanieren. Wer in einem Unternehmen, das jahrelang von der Gewerkschaft und uneinsichtigen Betriebsräten de facto beherrscht wurde, geht es leider nicht anders.
Auch wenn der ewig grantelnde Minhardt dagegen ist.

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