"Ja, das ist die Form meines Lebens":
Marlies Schild wie vom anderen Ski-Stern

Salzburgerin wird Erfolgslauf selbst schon unheimlich

Gerne hätte Marlies Schild die Entscheidung im Herren-Slalom in Adelboden miterlebt, aber die Verantwortlichen im Medienzentrum von Kranjska Gora blieben hart und der Fernseher während der Pressekonferenz abgedreht. Deshalb erfuhr die Salzburgerin erst später, dass ihr Freund Benjamin Raich in Adelboden den Sieg knapp verpasste. "Zweiter? Super", meinte sie aber. Mit ihrem Erfolg in Slowenien hatte sie mit dem Tiroler gleichgezogen, der bisher den ÖSV-Rekord von elf Slalomerfolgen alleine hielt.

Mit Statistiken beschäftigt sich Marlies Schild nicht, zumindest nicht vor einem Rennen: "Ich denke nicht am Start, jetzt muss ich gewinnen, dann stelle ich den oder den Rekord auf. Aber im Nachhinein schaue ich mir das gerne an, das alles ist schon schön." Wie ihre Antwort gewesen wäre, hätte ihr jemand vor Beginn des Winters gesagt, dass sie zumindest fünf Torläufe gewinnen wird? "Schauen wir mal. Aber ich wusste, dass ich gut in Form bin." Ob sie sich selbst unheimlich wird? "Ja, schön langsam. Es läuft wie am Schnürchen."

ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl meinte zur Überlegenheit seiner Paradesportlerin: "Es waren zwei ruhige Läufe ohne Fehler, aber das reicht und das zeigt in Wahrheit ihre Klasse. Sie zwingt die Konkurrenz am letzten Zacken zu fahren, und da kommen bei den anderen dann die Fehler."

Ärger über Aus dauerte nur kurz
Den Ausfall im Riesentorlauf hat Schild gut weggesteckt: "Ich habe mich schon geärgert, weil ich oben gut gefahren bin, das mit den vielen Wellen, das muss ich noch trainieren. Im Riesentorlauf passiert mir noch das, was ich im Slalom nicht mehr mache - nach einem Fehler hasardier' ich."

Schild wird nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die anderen auch "stark" sind und "schnell fahren" können. Doch um eine Mitteilung kommt sie nicht herum: "Ja, das ist die Form meines Lebens." Die gilt es jetzt bis zum WM-Slalom in Aare zu konservieren, denn bis dahin stehen nur noch zwei Kombinations-Torläufe auf dem Programm. "Das ist aber für jede gleich, und ich überlege jetzt auch nicht groß, wie ich die Form halten kann."

Bis zu den Titelkämpfen bleibt ohnehin keine Pause zum Nachdenken oder Verschnaufen, schon kommende Woche stehen in Altenmarkt-Zauchensee eine Abfahrt, ein Super G und eine Super-Kombination auf dem Programm, Schild wird wie ihre erste Verfolgerin im Gesamtweltcup, ÖSV-Teamkollegin Nicole Hosp, beim Heim-Weltcup alle Rennen bestreiten.

(apa/red)