Weltwirtschaft von

IWF-Chefin Lagarde:
Krise noch nicht überwunden

Ökonomische Verbesserungen in Industrieländern, aber globales Wachstum zu gering

Die IWF-Chefin Lagarde prognostiziert, dass die Weltwirtschaft die Krise noch nicht überwunden hat.
© Bild: APA/EPA/Stephen Jaffe / IMF

Die Weltwirtschaft hat nach Ansicht der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Krise noch nicht ganz überstanden. "Die Richtung ist insgesamt positiv, aber das globale Wachstum ist zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig", sagte die Französin am Mittwoch in Washington.

Zwar werde der IWF in der kommenden Woche seine Konjunkturprognose nach oben korrigieren. "Allerdings ist der Ausblick immer noch mit großen Risiken behaftet", so Lagarde.

Lagarde: Zu wenig neue Arbeitsplätze

Obwohl es vor allem in den Industrieländern deutliche ökonomische Verbesserungen geben werde, bleibe das globale Wachstum hinter den Möglichkeiten zurück, sagte die Währungsfonds-Direktorin. Der IWF schätze, dass das Plus der weltweiten Wirtschaftsleistung bei vier Prozent liegen könnte, würde es nicht anhaltende Probleme geben. Dazu gehöre die zu niedrige Inflation, die zu einer "katastrophalen" Deflation werden könne. Lagarde beklagte auch, dass zu wenige neue Arbeitsplätze geschaffen würden und dass Einkommensanstiege seit 2009 meist nur auf das Konto der Wohlhabenden gegangen seien.

"Die Krise besteht weiter fort. Doch es liegt Optimismus in der Luft", sagte die IWF-Chefin. Die positive Entwicklung hänge besonders davon ab, dass die Notenbanken ihre Konjunkturmaßnahmen nicht zu schnell auslaufen ließen. "Zentralbanken sollten nur dann zu einer normaleren Geldpolitik zurückkehren, wenn stabiles Wachstum auf ein festes Fundament gründet", meinte Lagarde. Das gelte speziell für die US-Notenbank Fed mit ihren milliardenschweren Anleihekäufen zur Stützung der Wirtschaft, die nicht voreilig reduziert werden dürften.

EU: Uneinheitliches Wachstum

Hinsichtlich der Eurozone beklagte Lagarde, dass das Wachstum zu uneinheitlich und die Arbeitslosigkeit viel zu hoch sei. Politische Reformen, eine gezielte Kreditvergabe und der anstehende Stresstest im Finanzsektor könnten der Währungsunion auf die Sprünge helfen, meinte die ehemalige französische Finanzministerin.

Die USA hingegen müssten auch die verbliebenen Unsicherheiten über die Haushaltspolitik ausräumen, um die Zuversicht in die weltgrößte Volkswirtschaft zu stärken. Und die Entwicklungs- und Schwellenländer müssten mit Investitionen in Infrastruktur, den Abbau bürokratischer Hürden und einer besseren Regulierung des Finanzsektors ihr künftiges Wachstumspotenzial freisetzen.

Kommentare

Was jetzt?
Gestern: "Die Krise ist vorüber".
Heute: "Sie ist noch lange nicht vorbei".
Dafür lassen sich diese Bonzen auch noch fürstlich vom Steuerzahler bezahlen!

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