IWF-Chef sieht Licht am Ende des Tunnels:
Strauss-Kahn erwartet Erholung Ende 2009

Verlust in Europa wächst auf 460 Milliarden Euro an Forderung nach besserer internationaler Koordination

IWF-Chef sieht Licht am Ende des Tunnels:
Strauss-Kahn erwartet Erholung Ende 2009 © Bild: EPA

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sieht die Weltwirtschaft durch die massive Finanzkrise am Rande der Rezession, erwartet aber für nächstes Jahr Licht am Ende des Tunnels. "Der Beginn der Erholung kommt Ende 2009", sagte der Direktor des IWF vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. "Wachstum wird sich zu diesem Zeitpunkt wieder einstellen", wenn auch zunächst nur allmählich.

Die Verluste durch die Finanzkrise in Europa können nach Berechnungen des IWF umgerechnet über 460 Mrd. Euro erreichen. Von den geschätzten weltweiten Gesamtausfällen von 1,4 Billionen Dollar (1.023 Billionen Euro) auf Kredite und verbriefte Wertpapiere würden "90 Prozent in den Vereinigten Staaten und Europa" anfallen, sagte Strauss-Kahn. Dies wären rechnerisch 1,26 Billionen Dollar. Dieser Betrag verteile sich jeweils "ungefähr zur Hälfte" auf die USA und Europa, sagte Strauss-Kahn. Damit könnten sich die Verluste für Europa auf bis zu 630 Mrd. Dollar belaufen.

Vertrauen wiederherstellen
Strauss-Kahn verlangte eine noch bessere internationale Zusammenarbeit, um der Finanzkrise Herr zu werden. Als vorrangigstes Ziel nannte Strauss-Kahn, das Vertrauen in die weltweiten Finanzmärkte wiederherzustellen. Zudem rief er zu einer umfassenden Reform des Finanzsektors auf.

Weltbank-Chef Zoellick warnte in Washington die Industrienationen indes eindringlich davor, sich wegen der eigenen Problem vom Schicksal der Armen abzuwenden. Nach Schätzungen der Weltbank wird die Zahl der unterernährten Menschen durch die rasant gestiegenen Nahrungsmittelkosten in diesem Jahr weltweit um 44 Millionen auf 967 Millionen anwachsen.

Internationaler Währungsfonds und Weltbank treffen sich am Wochenende in Washington zu ihrer Jahrestagung. Zuvor kommen am Freitag die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrienationen (G-7) in Washington zusammen.
(apa/red)