Ivanschitz wechselt zu Panathinaikos
Athen: "Besser für ihn und ÖFB-Team"

Trap: "In Athen kann er sich richtig weiter entwickeln" ÖFB-Kapitän sieht Wechsel nicht als Schritt zurück<br>Griechische Presse feiert Ivanschitz-Transfer

Teamkapitän Andreas Ivanschitz spielt ab sofort für den griechischen Spitzenklub Panathinaikos Athen. Der Burgenländer wechselt leihweise für zwei Jahre von Red Bull Salzburg in die griechische Metropole. "Das ist besser für ihn und besser für das österreichische Nationalteam", meint auch Red-Bull-Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni, der für den 22-Jährigen bei den Salzburgern keine Verwendung hatte.

Trapattoni hatte dem ÖFB-Teamkapitän in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er in seinen aktuellen Planungen keine allzu große Rolle spielt. "In Athen kann er wachsen und sich richtig weiter entwickeln. Wenn er in Salzburg maximal 20 Minuten oder eine Hälfte gespielt hätte, wäre das nicht gut für ihn gewesen", so "Trap".

Der Burgenländer wird heute in einer Pressekonferenz offiziell präsentiert, wenige Stunden später reist der Teamkapitän bereits nach Österreich zurück, um sich mit seinen Kollegen auf das Ungarn-Länderspiel am Mittwoch in Graz vorzubereiten. Sein Debüt für Panathinaikos könnte der Ex-Rapidler bereits Sonntag (20. August) auswärts gegen Egaleo Athen geben.

Der "grüne Mozart"
Der Transfer ist von der griechischen Presse gefeiert worden. Der "grüne Mozart", "Österreichs Ass" oder "der Künstler bei Panathinaikos" lauteten u.a. die Sportschlagzeilen. Doch nicht nur die Printmedien beschäftigte der Wechsel des Salzburg-Spielers, sondern er war auch das Top-Thema in den Radio- und TV-Sportnachrichten.

Ivanschitz wurde mit Vorschusslorbeeren überhäuft, einige Journalisten sehen ihn bereits als "Rettung" für Panathinaikos. So schrieb etwa "Sportime": "Er wird die Probleme der grünen Mannschaft lösen." Die Sportzeitung "Derby" erwartet dagegen vor allem "künstlerische und kreative Impulse" vom 22-Jährigen.

"Ziel ist ganz klar der Meistertitel"
Ivanschitz hat mit den Grün-Weißen aus Athen Großes vor. "Mein Ziel ist ganz klar der Meistertitel", erklärte der 22-Jährige, der sich zuletzt bei den Mozartstädtern keinen Stammplatz erkämpfen konnte.

Vor zehn Tagen hatten die Griechen ihr Interesse am 20-fachen Teamspieler bekundet. Nachdem sich die Klubs geeinigt hatten, flog Ivanschitz Samstagfrüh nach Athen, um letzte medizinische Tests zu absolvieren, unmittelbar danach erfolgte der Vertragsabschluss. "Ich wollte unbedingt für zwei Jahre nach Griechenland gehen, weil ich bis zur Heim-EM keine Zeit verlieren möchte. Ich will das jetzt durchziehen."

Allerdings könnte Ivanschitz, dessen Kontrakt in Salzburg noch bis 2009 läuft, bereits nach dieser Saison zu den "Bullen" zurückkehren. "Es wurde vereinbart, dass ich nach einem Jahr wieder nach Salzburg gehen kann, wenn es überhaupt nicht klappt. Aber ich gehe davon aus, dass es klappt", betonte der Mittelfeldspieler.

Treffen mit alten Bekannten
In Athen trifft Ivanschitz auf alte Bekannte. Als Tormann-Trainer bei den Griechen fungiert Hans Leitert, den der Linksfuß vom ÖFB-Nachwuchs kennt, der Konditionstrainer Gerhard Zallinger kommt ebenfalls aus Österreich. Und Chef-Coach ist Hans Backe, der Salzburg von 2000 bis 2001 betreut hatte und bereits ausführliche Gespräche mit seinem neuen Kicker geführt hat. "Er spielt mit einem 4-3-3-System, ich bin im Mittelfeld entweder links oder zentral hinter den Spitzen vorgesehen", meinte Ivanschitz.

Zu den bekanntesten Spielern seines neuen Klubs zählen Anthony Seric (kroatischer WM-Teilnehmer), dessen Landsmann Igor Biscan, der momentan verletzte argentinische Mittelfeldspieler Ezequiel Gonzalez sowie Stürmer Dimitrio Papadopoulos. Auch Ex-Austria-Verteidiger Mikael Antonsson steht im Kader des griechischen Meisters, der in der ersten UEFA-Cup-Runde ins internationale Geschäft einsteigt.

"Sehe das nicht als einen Schritt zurück"
Sein Abschied aus Salzburg bedeute aber nicht, dass er in der Mozartstadt gescheitert sei. "Ich sehe das nicht als einen Schritt zurück, sondern als zwei Schritte vorwärts", betonte Ivanschitz, der seinen neuen Verein als "Top-Adresse" bezeichnete.

"Das ist für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung", sagte Teamchef Josef Hickersberger über den Wechsel seines Kapitäns. Ivanschitz hätte ihn am Freitag angerufen und vom Wechsel nach Athen erzählt. "Panathinaikos ist eine griechische Spitzenmannschaft, die Griechen sind Europameister, ich glaube, das ist eine einigermaßen starke Liga", so Hickersberger, der sich natürlich wünscht, dass sein Teamkapitän die notwendige Spielpraxis erhält.

(apa/red)