Ivanschitz fordert "Herz und Leidenschaft":
"Wir möchten es sehr offensiv angehen"

Anfangsnervosität sollte gegen Polen verflogen sein Kapitän: "Weiß, dass ich für Team wichtig sein kann"

Ivanschitz fordert "Herz und Leidenschaft":
"Wir möchten es sehr offensiv angehen" © Bild: Reuters/Zolles

Gewohnt ruhig blickt Andreas Ivanschitz, Kapitän des österreichischen Fußball-Nationalteams, dem zweiten EM-Match in Gruppe B gegen Polen entgegen. Für ihn ist aber klar: Im Schlüsselspiel gegen die ebenfalls punktlose Beenhakker-Elf werde seinem Team noch mehr abverlangt werden als beim 0:1 gegen Kroatien.

"Das ist sicher ein Schlüsselspiel für uns", stellte Ivanschitz fest. "Und genauso werden wir auch reingehen: mit Herz und Leidenschaft. Aber es wird schwieriger als gegen die Kroaten. Die waren in der zweiten Hälfte doch etwas müde. Ich glaube, dass die Polen über 90 Minuten mehr laufen und mehr kämpfen können, deswegen müssen wir einen guten Tag erwischen."

Motto lautet kontrollierte Offensive
"Es ist das alles entscheidende Spiel, um im Rennen zu bleiben. Deswegen möchten wir es auch sehr offensiv angehen. Es ist aber wichtig, immer eine gute Balance in der Mannschaft zu haben. Wir dürfen nicht gleich nach vorne stürmen und dann in den ersten Minuten unnötige Konter kassieren. Wenn sich eine Pressingsituation anbietet, dann müssen wir sie annehmen. Aber wir dürfen nicht auf Teufel komm raus blind stürmen."

Dass die Mannschaft einen ähnlich schlechten Start wie gegen Kroatien erwischen könnte, glaubt Ivanschitz nicht: "Das war unser erstes Spiel. Da weiß man nicht ganz genau, wo man steht, ist anfangs ein bisschen nervös. Und genauso hat das auch gewirkt. Es war total unglücklich, dass wir nach drei Minuten diesen Elfer bekommen. Es hat uns aus dem Rhythmus gebracht, aber wir haben uns Ende der ersten und in der zweiten Hälfte wieder mehr zugetraut." Es werde daher "wichtig sein, dass wir gegen die Polen besser und vor allem etwas ruhiger starten. Die Anfangsnervosität dürfte jetzt weg sein."

Schwächen der Polen bleiben geheim
Über die Schwächen des Gegners wollte er sich freilich nicht auslassen: "Wir haben ihre Schwächen analysiert, die bleiben aber intern. Es hat keinen Sinn, die jetzt auszuplaudern. Wir wollen uns außerdem vor allem auf uns konzentrieren." In diesem Sinn wollte er auch dem Fehlen des verletzten Polen-Kapitäns Maciej Zurawski ("sicher ein wichtiger Spieler") keine Bedeutung beimessen.

Der 24-Jährige ist eigenen Angaben nach auch frei von jeglichen Verletzungssorgen: "Ich hatte nach dem Spiel gegen Kroatien Knieschmerzen, die in den letzten zwei Tagen abgeklungen sind. Ich habe voll trainiert, das ist kein Thema mehr", betonte der offensive Mittelfeldspieler.

Fehlende Bewerbsspiele kein Nachteil
Die Tatsache, aufgrund der automatischen EM-Qualifikation in den vergangenen zweieinhalb Jahren keine Bewerbsspiele absolviert zu haben, wertete er in diesem Zusammenhang nicht als Nachteil. "Ich denke, dass wir auch da viele 'Endspiele' hatten, wo wir Moral und Herz gezeigt haben und gewinnen mussten. Ich denke da etwa an die Elfenbeinküste", entgegnete der Burgenländer. "Wir haben viele gute Tests gegen sehr gute Mannschaften gehabt, die wir in der Qualifikation vielleicht nicht gehabt hätten."

"Weiß, dass ich für das Team wichtig sein kann"
Vorwürfe von polnischer Seite, seine Fähigkeiten seien überbewertet, wollte Ivanschitz nur äußerst knapp kommentieren. "Darauf brauche ich nicht einzugehen. Ich weiß, dass ich für das Team wichtig sein kann und auch bin. Was die Presse schreibt, ist sicher auch ein Anheizen der Stimmung."

(apa/red)

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