Italiener halten Silvio Berlusconi die Treue:
Regierungsbündnis siegt bei Regionalwahlen

Große Erfolge der Lega Nord überschatten Erfolg Mitte-Links-Opposition verliert gleich vier Regionen

Italiener halten Silvio Berlusconi die Treue:
Regierungsbündnis siegt bei Regionalwahlen © Bild: Reuters/Bianchi

Die Mitte-Rechts-Koalition von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei den Regionalwahlen in Italien laut vorläufigen Ergebnissen einen großen Erfolg erzielt. Sie gewann in sechs von insgesamt 13 Regionen, in denen am Sonntag und Montag gewählt wurde. Das oppositionelle Mitte-Links-Bündnis dagegen verlor vier Regionen an an das Regierungslager, darunter auch Latium und Piemont. Berlusconis Partei PdL ("Volk der Freiheit") musste allerdings in Norditalien Stimmen an die mit ihm verbündete rechtspopulistische und föderalistische Lega Nord abgeben, die massive Gewinne einfahren konnte.

Nach dem bisherigen Auszählungsstand gingen laut italienischen Medienberichten sechs Regionen an die Mitte-Rechts-Koalition: Piemont, Lombardei, Venetien, Latium, Kampanien und Kalabrien. Die oppositionelle Mitte-Links-Allianz konnte sich in sieben Regionen behaupten: Ligurien, Emilia Romagna, Toskana, Umbrien, Marken, Apulien und Basilikata. Die Beteiligung an den Wahlen in 13 der insgesamt 20 italienischen Regionen betrug 64,19 Prozent. 2005 hatte sie noch 72,01 erreicht.

In den Regionen Latium und Piemont hatte es spannende Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben. Schließlich erklärte sich die Mitte-Rechts-Kandidatin für die Präsidentschaft von Latium (Lazio), Renata Polverini, zur Siegerin. Der Ausgang der Wahl mit der Hauptstadt Rom war vor allem deshalb mit Spannung erwartet worden, weil die Wahlliste von Ministerpräsident Berlusconi dort vom Wahlkampf ausgeschlossen worden war. Sie war erst nach Ablauf der Zulassungsfrist eingereicht worden.

Polverini trat gegen die Oppositionspolitikerin und Ex-EU-Menschenrechtskommissarin Emma Bonino an. "Es war ein historischer Sieg, an den wir uns ich weiß nicht wie viele Jahre noch erinnern werden", sagte Polverini vor jubelnden Anhängern in Rom. "Ich glaube, das alles zeigt, dass es Wunder gibt", meinte sie tief bewegt in Anwesenheit des rechten römischen Bürgermeisters Gianni Alemanno.

Lega Nord triumphiert in Norditalien
Die föderalistisch gesinnte Lega Nord feierte ihren starken Stimmenzuwachs in Norditalien. In Venetien rückte die Gruppierung zur stärksten Einzelpartei auf, in der Lombardei kam es zu einem Kopf-an-Kopf mit der Berlusconi-Gruppierung, die dann ihren ersten Platz zurückeroberte. "Die Linke ist gescheitert. Jetzt haben wir die Kraft, den Föderalismus sofort durchzusetzen. Ich bin der Schiedsrichter der Situation. Die Leute wollen den Föderalismus um jeden Preis und so schnell wie möglich", sagte Lega-Chef Umberto Bossi.

Kurz vor der Wahl hatten politische Beobachter nur noch mit einem oder zwei Wahlsiegen der Regierungskoalition gerechnet, weil Berlusconis Partei im Vorfeld mit einer Reihe von Skandalen zu kämpfen hatte. Nach der Festnahme mehrerer Parteifunktionäre wegen Korruptionsvorwürfen sorgten Anfang März gefälschte Unterschriften und Fristüberschreitungen bei der Einreichung der Kandidatenlisten für die Regionalwahl für heftige Kontroversen.

Neben den Regionalwahlen fanden auch Kommunalwahlen in 463 Gemeinden statt. Die zweitätigen Wahlen am Sonntag und Montag waren der letzte Urnengang vor der für 2013 geplanten Parlamentswahl und damit ein wichtiger Testlauf für den Ministerpräsidenten. 41 Millionen Bürger waren zur Wahl aufgerufen.
(apa/red)

Kommentare

derpradler
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In der Heimat der Mafia haben Leute wie dieser B. eben alle Freiheiten!

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Re: In der Heimat Leider sind wie immer und ueberall auch in oesterreich wieder einmal die linken nicht zur wahl gegangen.

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