Italiener setzen auf österreichische Arbeit:
Fiat überlegt jetzt Produktion in Österreich

Neue Pläne für eine Allianz mit Peugot geschmiedet Hersteller verzeichnet 2008 enormen Gewinneinbruch

Italiener setzen auf österreichische Arbeit:
Fiat überlegt jetzt Produktion in Österreich © Bild: APA/EPA/Franco Silvi

Fiat überlegt, einen Teil seiner Motorenproduktion nach Österreich zu verlegen. Demnach könnte Fiat ein Motorenproduktionswerk in Pratola Serra in der süditalienischen Region Kampanien schließen. Weiters schmiedet der italienische Autobauer, nach dem jüngsten Abkommen über den Einstieg bei Chrysler, auch Pläne über eine Allianz mit Peugot.

Fiat wolle die Produktion von Motoren der jüngsten Generation der Gruppe General Motors Powertrain Austria in Wien-Aspern anvertrauen, die Fiat bereits beliefert, hieß es. Der Minister für die Umsetzung des Regierungsprogramms, Gianfranco Rotondi, versicherte jedoch in der Abgeordnetenkammer, dass sich die Regierung dafür einsetzen werde, damit das Werk in der wirtschaftlich benachteiligten Region nicht geschlossen werde. Fiat habe ohnehin dementiert, Produktionen nach Österreich verlegen wollen, wo die Gruppe keine eigenen Werke besitzt, berichtete der Minister.

Kapitalaufstockung
Die Unternehmerfamilie Agnelli, Hauptaktionärin Fiats, prüft über die Finanzholding Exor eine Kapitalaufstockung in Höhe von zwei Milliarden Euro. Ziel der Operation ist eine Fusion mit der französischen Gruppe Peugeot-Citroen.

Mit dieser Operation wollen die Agnellis ihren Einfluss in einem fusionierten Unternehmen sichern, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica". Die Familie hält über Exor rund 30 Prozent an Fiat.

Die Fusion zwischen Fiat und Peugeot-Citroen, zusammen mit einer strategischen Einigung in Ost-Asien oder mit der Tata-Gruppe könnte zur Geburt eines künftigen Konkurrenten für Toyota oder Ford führen, berichtete "La Repubblica".

Minus bei Nettogewinn
Fiat hat das Jahr 2008 mit einem Umsatzplus, aber einem Minus beim Nettogewinn, abgeschlossen. Der Umsatz stieg um 1,5 Prozent auf 59,4 Mrd. Euro. Der Brutto-Betriebsgewinn stieg um vier Prozent auf 3,4 Mrd. Euro, was ein Rekord in der Geschichte des Unternehmens sei. Der Nettogewinn der Gruppe betrug allerdings nur 1,7 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 16,2 Prozent gegenüber 2007 entspricht. Der Zuwachs bei den Nutzfahrzeugen und Luxusautos kompensierte den Rückgang der Autosparte und bei den Komponentenbauern, teilte der Konzern mit.

Die Autosparte meldete ein Ergebnis von 691 Mio. Euro, was einem Rückgang von 112 Mio. gegenüber 2007 entspricht. Der Umsatz betrug 26,8 Mrd. Euro, was einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber 2007 entspricht. Die positiven Resultate der ersten drei Quartale (+8,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007) wurden von dem Rückgang im vierten Quartal (-17,2 Prozent) kompensiert. Um die Liquidität zu bewahren wird Fiats Aufsichtsrat dieses Jahr keine Dividende Ausschütten. Die Pläne zum Zukauf eigener Aktion wurden eingefroren.
(apa/red)