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"Wir zerstören den Justizpalast"

Telefonate abgehört: Regierungschef gerät erneut schwer unter Druck

Italien - "Wir zerstören den Justizpalast" © Bild: APA/EPA

Italiens Premier Berlusconi ist wieder einmal schwer unter Druck: Nun sind abgehörte Telefonate zwischen dem Politiker und einem skandalumwitterten Journalisten aufgetaucht. In dem von den Justizbehörden aufgenommenen Gespräch aus dem Jahr 2009 protestiert Berlusconi mit Nachdruck gegen die Justizbehörden, die gegen ihn ermitteln, und hetzt zur Revolte gegen die Staatsanwälte auf.

"Die heutige Situation in Italien ist wie folgt: Menschen sind nur mehr einen Sch*** wert... das Parlament ist einen Sch*** wert... Wir sind in den Händen linksorientierter Richter (...) Ich habe auch gedacht, eine Revolution zu führen, aber eine wahre Revolution. Wir bringen Millionen von Menschen auf die Straße, wir zerstören den Mailänder Justizpalast, wir belagern (die regierungskritische Tageszeitung) 'La Repubblica'. Wir müssen so etwas machen, es gibt keine Alternative", sagte Berlusconi. Die Protokolle der Telefongespräche wurden am Montag von "La Repubblica" veröffentlicht.

Journalist als Erpresser
Der Premier führte das Gespräch mit dem Journalisten Walter Lavitola, Ex-Chefredakteur der Tageszeitung "L'Avanti". Zusammen mit dem apulischen Unternehmer Paolo Tarantini soll Lavitola von Berlusconi 850.000 Euro für Falschaussagen über Callgirls erpresst haben, die in den Residenzen des Premiers ein- und ausgingen. Lavitola hält sich zurzeit im Ausland auf, um sich einem Haftbefehl der Staatanwaltschaft Neapels zu entziehen.

Berlusconis Worte sorgten in Oppositionskreisen für helle Empörung. Der Oppositionspolitiker Antonio Di Pietro warf dem Premier faschistische Methoden vor. "Er ist eine verzweifelte Person, der seine Machtposition ausnutzt, um die Justiz zu kriminalisieren, die Ermittlungen gegen ihn zu stoppen und die Presse anzugreifen", so Di Pietro.

Weiterführender Link:
Story auf larepubblica.it (Italienisch)

Kommentare

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Berlusconi Und solche Typen gehören zu jenem Kreis in der EU die bestimmen, was mit uns passiert. Wo bleiben die kritischen Stimmen der österreichischen und der EU Politiker ? Wer von denen fordert seinen Abgang ? Wo bleibt die EU Blockade gegen seine Regierung ? Oder vertritt er gar die Meinung der gesamten politischen Kaste damit und deshalb widerspricht keiner seinem Treiben ?

geronimo75 melden

Re: Berlusconi Berlusconi ist kein Streicheltier.

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Re: Berlusconi Wo bleiben die kritischen Stimmen der EU Politiker?

Hier passt irgendwie die Kolumne von Rainer Nikowitz im aktuellen profil *gg*

http://www.profil.at/articles/1141/573/309416/rainer-nikowitz-in-haenden

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Re: Berlusconi re Profil: so oder ähnlich kann es nur laufen, denn anders ist die Situation in Europa gar nicht zu erklären ...

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