Italien-Pleite von

Frequenzen sollen Geld bringen

Um die Staatskassen zu füllen, will Monti jetzt die Fernsehfrequenzen versteigern

Italien-Pleite - Frequenzen sollen Geld bringen © Bild: APA/EPA/Montani

Um die drohende Staatspleite abzuwenden, greift der italienische Premierminister Mario Monti jetzt in die Fernseh-Trickkiste: Die TV-Frequenzen sollen in Italien versteigert werden, die wegen der Umstellung vom analogen zum terrestrisch-digitalen Fernsehsystem frei geworden sind. Die Vorgängerregierung Berlusconi hatte beschlossen, die TV-Frequenzen kostenlos im Rahmen eines sogenannten "Beauty Contest" zu vergeben, bei dem die Bewerber auf festgesetzte Kriterien hin geprüft werden.

Damit sollte der italienische Fernsehmarkt stärker liberalisiert werden. Monti will jedoch mit einer Versteigerung versuchen, Geld für die Frequenzen einzutreiben, um die leeren Staatskassen aufzufüllen. Dies sorgt für Protest des Medienzaren Silvio Berlusconi, dessen TV-Gruppe Mediaset gehofft hatte, die Frequenzen kostenlos zu erhalten.

Zu den Unternehmen, die Interesse für die Frequenzen signalisiert hatten, zählen die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI, eine Tochter von Berlusconis Mediaset, Telecom Italia Media Broadcasting und die private TV-Gruppe Sky Italia. Auch regionale Fernsehgesellschaften werben um die Frequenzen.