Italien leidet unter der extremen Hitze:
Durchschnittlich 38 Grad im Stiefelland

Badegäste, Romtouristen und schicke Italiener Die Hitzepole liegt in der Po-Ebene und der Toskana

Italien leidet unter der extremen Hitze:
Durchschnittlich 38 Grad im Stiefelland

Italien leidet unter der, seit Wochen anhaltenden, Hitze. 38 Grad sind keine Seltenheit, hässliche grüne Algen vermehren sich im Meer und machen das Baden unmöglich, Stromausfälle und trotzdem wirken die Italiener im schicken Anzug samt Krawatte wie aus dem Ei gepellt.

Seit Tagen zeigt das Thermometer über 38 Grad, doch an den Stränden vor den Toren Roms herrscht derzeit "Divieto Di Balneazione" - Badeverbot. Angeblich wegen der Hitze (vermutlich eher durch Umweltverschmutzung) haben sich hässliche grüne Algen derart vermehrt, dass den Badenden in Fregene und anderen römischen Stränden Hautausschlag und Vergiftung drohen.
Das Meer blüht, das von den Italienern so heiß geliebte "mare" verströmt faulig-widerwärtigen Geruch, wird schaumig und schleimig. "Ein Drama", stöhnt eine Lokalzeitung. "Aber so ist es heute: Das Meer wird hässlich."

Stromausfälle in Rom
Auch wer zu Hause bleibt, erlebt unliebsame Überraschungen. Immer wieder gibt es in einigen römischen Vierteln Stromausfälle. Klimaanlagen und Ventilatoren kommen zum Stehen, wer sich gerade im Lift befindet, erlebt einen Albtraum. Schon schlagen Experten Alarm: Wenn nicht bald etwas geschieht, müssen die Wasserkraftwerke in der Po-Ebene ihren Betrieb einstellen. Seit 30 Jahren war der Wasserstand nicht mehr so niedrig wie heute.

Wasser für die Touristen
Wer in sengender Sonne vor Museen oder an Bushaltestellen Schlange steht, erhält derzeit gratis Mineralwasser. 30.000 Flaschen will der nationale Zivilschutz in der Ewigen Stadt fürs Erste verteilen - solcherart Service gab's bisher in Rom nur beim Papst-Tod, als die Menschenmassen 20 Stunden warteten mussten, um den Leichnam zu sehen.

Eigentlich lieben Italiener ja "ihre" Sommerhitze
Urlauber fragen sich mitunter verstohlen, wie es Männer in Mailand, Florenz oder Rom schaffen, selbst bei 30 Grad im schicken Anzug samt Krawatte wie aus dem Ei gepellt zu erscheinen. Aber seit gut drei Wochen spielt der Sommer verrückt. "Fünf Grad über den Normalwerten", behaupten Experten. Am schlimmsten ist es im Norden, in der Po-Ebene, wo sich derzeit kein Lüftchen bewegt, oder in den Toskana-Städten Florenz und Siena, wo es viele Touristen auch aus Österreich und Deutschland hinzieht. Sogar im Aosta-Tal in den Alpen ist es derzeit 37 Grad heiß - da kommt selbst der urlaubende Papst Benedikt ins Schwitzen.
(apa/red)