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Beziehungstat erschüttert Italien

Brutaler Mord auf offener Straße schockt Rom: Junge Frau von Freund verbrannt

In Italien gibt es immer mehr Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen. Seit Jänner 2015 wurden 155 Frauen von ihren Ehemännern bzw. Lebensgefährten getötet. Der jüngste Fall, der die italienische Öffentlichkeit schockt, ereignete sich in der Nacht auf Sonntag. Ein 27-Jähriger schüttete Benzin auf die 22-jährige Freundin, die ihn verlassen hatte, und setzte sie auf offener Straße in Rom in Brand.

Die verkohlte Leiche der Wirtschaftsstudentin wurde von deren Mutter gefunden, die sie in der Nacht verzweifelt gesucht hat. Beim Heimfahren nach einem Abend mit Freundinnen soll die Studentin vom Ex-Freund aufgehalten worden sein. Die beiden, die seit zwei Jahren eine Beziehung hatten, hatten sich vor drei Wochen getrennt. Der Mann konnte aber nicht akzeptieren, dass Sara mit einem neuen Freund ausging. Aus Wut schüttete Paduano Benzin auf die junge Frau und zündete sie an. Danach flüchtete er, während Sara verzweifelt vergebens um Hilfe rief.

Die Präsidentin Laura Boldrini erklärte sich mit der Familie des Opfers solidarisch. Sie appellierte an alle Frauen, keine Form von Gewalt zu dulden und bei den Sicherheitskräften Schutz zu suchen. 2013 hatte das italienische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem Strafverschärfungen bei Gewalt gegen Frauen vorsieht und Opfer von Stalking stärkeren Schutz sichert.

Die bisher höchste Zahl an Frauenmorden gab es in Italien 2006, als 195 derartige Verbrechen registriert wurden. Brutale Frauenmorde, die von Ehemännern oder Lebensgefährten verübt wurden, haben in jüngster Zeit die Öffentlichkeit schockiert. Frauenrechtlerinnen beklagen einen Mangel an Plätzen in Frauenhäusern sowie eine häufig fehlende Entschlossenheit von Polizei und Justiz, die Verbrechen rasch zu ahnden. In Italien wird fast jeder vierte Mord innerhalb der Familie verübt. In den meisten Fällen ist Eifersucht das Motiv.

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