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Zum Gezi-Jubiläum: Neue Proteste angekündigt

Ein Jahr nach Start der Demos will Taksim-Solidarität "nicht schweigen und gehorchen"

Die EU und die Türkei haben sich geeinigt. © Bild: APA/EPA/Hans Punz

Ein Jahr nach Beginn der Gezi-Proteste in der Türkei hat ein Dachverband der Protestbewegung für das Wochenende neue landesweite Demonstrationen angekündigt. "Wir werden nicht schweigen und gehorchen", erklärte die Organisation Taksim-Solidarität am Dienstagabend in Istanbul. Am kommenden Samstag sind anlässlich des Beginns der Gezi-Proteste vor einem Jahr Proteste in mehreren Städten geplant.

Die türkische Polizei war Ende Mai 2013 mit Gewalt gegen eine kleine Gruppe von Umweltschützern vorgegangen, die im Gezi-Park in der Istanbuler Innenstadt gegen die geplante Abholzung von Bäumen protestierte. Das Vorgehen der Staatsmacht löste wochenlange schwere Proteste aus, bei denen sieben Menschen starben. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die Demonstranten als Vandalen und Plünderer und lobte die Polizei für ihr hartes Vorgehen. Politische Kundgebungen im Gezi-Park und auf dem angrenzenden Taksim-Platz sind seitdem verboten.

Taksim-Solidarität erklärte jedoch, die Demonstranten wollten sich trotz des Verbots auf dem Taksim-Platz versammeln. Bei den Kundgebungen am 31. Mai soll gegen Polizeigewalt, die mutmaßliche Korruption in Regierungsreihen sowie Behördenversagen beim kürzlichen Bergwerksunglück von Soma protestiert werden.

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