"Ist Form der Gotteslästerung" Bischöfe in USA planen Erklärung gegen Todesstrafe

Wachsende Gegnerschaft gegen Strafe unter Katholiken Tod Jesu am Kreuz schließe jedes Argument dafür aus

Die katholischen Bischöfe der USA bereiten eine Erklärung gegen die Todesstrafe vor. Sie stimmten laut Kathpress zum Auftakt ihrer Vollversammlung in Chicago einmütig dafür, bis November eine Stellungnahme zu erarbeiten, die landesweit jede Anwendung der Todesstrafe ächtet. Der zuständige Bischof Nicholas Di Marzio sagte laut US-Nachrichtenagentur CNS, Meinungsumfragen zeigten eine wachsende Gegnerschaft gegen die Todesstrafe, vor allem unter Katholiken.

Erzbischof Joseph Fiorenza von Galveston-Houston erklärte, als Bischof in Texas, das die nationale Statistik bei Hinrichtungen anführt, halte er eine solche Erklärung für "extrem wichtig". Einem Bericht des Informationszentrums für die Todesstrafe vom Dezember zufolge wurden seit 1976 landesweit 944 Menschen hingerichtet. Mehr als ein Drittel davon entfiel auf Texas. 2004 sank die Zahl der Todesurteile auf den niedrigsten Stand seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976. Im Vorjahr wurden 125 Menschen zum Tod verurteilt, um 19 weniger als 2003.

Führende katholische Theologen sehen in der Todesstrafe eine "wenig verschleierte Form der Gotteslästerung". Die Argumente der Befürworter der Todesstrafe seien allesamt "hinfällig". Schon in den ersten Kapiteln des Alten Testaments werde eingeschärft, dass niemand gegen den Brudermörder Kain die Hand erheben dürfe. Der Tod Jesu am Kreuz habe dann jede Möglichkeit der Rechtfertigung der Todesstrafe "auf ewig" ausgeschlossen.

Von dieser Überzeugung war demnach auch die Praxis im Römischen Reich nach der Christianisierung ab Konstantin dem Großen geprägt. Erst der Einfall der germanischen Völker in das Imperium habe dazu geführt, dass die Todesstrafe wieder Eingang fand und dann "bedauerlicherweise" mehr als tausend Jahre eine Begleiterscheinung der europäischen Geschichte geblieben sei. Es sollte bis Ende des 18. Jahrhunderts dauern, dass der widerchristliche Charakter der Todesstrafe öffentlich proklamiert wurde, so die Ausführungen weiter. Der erste moderne Staat, der die Todesstrafe in den Bann tat, war die Toskana: 1786 verfügte der damalige Großherzog Pietro Leopoldo, ein Habsburger (später als römischer Kaiser Leopold II.), die Abschaffung der Todesstrafe.(apa/red)