Ist Ex-BAWAG-Boss Elsner 'Promi-Häftling'?
Aufregung um angebliche Handy-Lieferung

FPÖ-Graf: Bevölkerung hat Bevorzugung Elsners satt Justizministerium dementiert: Elsner hat kein Handy

Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner, der sich nach seiner Bypass-Operation im Spital der Barmherzigen Brüder in Wien-Leopoldstadt in einer gesperrten Abteilung für U-Häftlinge befindet, hat nach Angaben des freiheitlichen Abgeordneten Martin Graf ein Handy geliefert bekommen. Das Justizministerium hat diese Angaben gegenüber der APA dementiert: Elsner habe kein Handy, sondern nur wie jeder andere U-Häftling die Möglichkeit, im Beisein eines Beamten zu telefonieren.

Laut Graf, Vorsitzender des Bankenuntersuchungsausschusses im Parlament, hat Elsner "mit Wissen und Genehmigung der zuständigen Untersuchungsrichterin" ein Mobiltelefon erhalten. "Die Österreicher haben die permanente Privilegierung Elsners langsam aber sicher satt", betonte der Ausschussvorsitzende. Es sei äußerst bedenklich, dass offenbar zwischen "Promi-Häftlingen" und "normalen Häftlingen" unterschieden werde, so Graf, und fordert ein generelles Handyverbot für alle Häftlinge.

Justizministerium dementiert Handy-Übergabe
Das Justizministerium dementiert diese Angaben. Elsner habe kein Handy erhalten, sondern wie jeder andere U-Häftling die Möglichkeit, im Beisein eines Beamten am Festnetz zu telefonieren. Elsner werde behandelt wie alle anderen Häftlinge auch, betonte der Sprecher des Justizministeriums, Thomas Geiblinger. Nur bei Gesprächen mit seinem Rechtsanwalt könne Elsner ohne Anwesenheit des Beamten telefonieren, auch dies gelte ebenso für alle anderen Untersuchungshäftlinge.

Der Sprecher des Straflandesgerichts Wien, Christian Gneist, präzisierte gegenüber der APA, dass die zuständige U-Richterin genehmigt habe, dass Elsner mit seinen Angehörigen telefonieren dürfe, so wie alle anderen U-Häftlinge auch. Dies werde in der Justizanstalt Josefstadt an eigenen Festnetztelefonen mit Wertkarten durchgeführt. Da sich Elsner derzeit im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder befinde, wo es derartige Apparate nicht gebe, telefoniere er von dort mit dem Handy eines Justizwachebeamten, erläuterte Chefinspektor Johann Gräll. Dies sei keine Sonderbehandlung, sondern werde bei U-Häftlingen in der gesperrten Station dieses Wiener Krankenhauses immer so gehandhabt.

Ex-BAWAG-Chef "radelt" bei den "Barmherzigen Brüdern"
Elsner "radelt" unterdessen bereits auf dem Ergometer im Krankenhaus der "Barmherzigen Brüder" in Wien-Leopoldstadt. Die Justiz betreibt in dem Spital der "Barmherzigen" eine "gesperrte Abteilung" für Häftlinge. Diese besteht aus acht Betten. Die Bewachung erfolgt durch die Justiz.

"Dem Patienten geht es gut. Wir werden kommende Woche die Vorgangsweise in Sachen Rehabilitation entscheiden", sagte Harald Schopper, Leiter der Krankenanstalt am Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien, gegenüber der APA.

Vor allem stellt sich die Frage, wo Elsner die Rehabilitation absolvieren wird. Nach Bypass- und ähnlichen Herzoperationen erfolgt normalerweise eine vierwöchige Rehabilitation. Dies kann in einem Zentrum, von denen es in Österreich mehrere gibt, eventuell aber auch ambulant erfolgen.
(APA/red)