Ist Bargeld bald Steinzeit? Immer mehr Österreicher bezahlen mit Bankomatkarte

Bankomat-, Kreditkarte und "Quick" immer beliebter

Bargeldloses Zahlen ist weiter im Vormarsch. Bankomat- und Kreditkarte sowie die elektronische Geldbörse "Quick" wiesen auch 2006 wieder deutlich Zuwachsraten auf, berichteten die Geschäftsführer der für die Bankomat/Maestro-Karte sowie die Kreditkarte MasterCard zuständigen Europay Austria, Peter Neubauer und Ewald Judt bei einer Pressekonferenz. Der Trend werde sich auch 2007 fortsetzen. Zugelegt haben auch die Bargeldbehebungen an den Geldautomaten.

Das über Europay Austria abgewickelte bargeldlose Volumen lag im Vorjahr bei 16,1 (14,7) Mrd. Euro. Insgesamt wurden 443 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 35,1 Mrd. Euro abgewickelt.

Die insgesamt fast 7 Millionen Maestro-Karten wurden am PoS (Point of Sales)-Terminal (Bankomatkasse) im Vorjahr 239,6 Millionen Mal eingesetzt, ein Plus von 11 Prozent. Die Umsätze erhöhten sich um 10,2 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro. De Facto habe jeder erwachsene Österreicher eine Maestro-Karte, so Neubauer. Die Zahl der Karten stieg im Vorjahr um 3,6 Prozent auf 6,94 Millionen. 2007 wolle man die 7-Millionen-Marke überschreiten. Die Zahl der Transaktionen soll um 10,5 Prozent auf 257 Millionen steigen, die PoS-Umsätze um 10 Prozent auf 13,68 Mrd. Euro.

Bei der Kreditkarte MasterCard stiegen die Umsätze 2006 um 9,8 Prozent auf 3,71 Mrd. Euro. Die Zahl der Transaktionen erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 35,03 Millionen, die Zahl der ausgegebenen Karten um 1,6 Prozent auf 1,003 Millionen. Bei der Transaktionszahl wird heuer ein Plus von 6,1 Prozent auf 38,2 Millionen erwartet, bei den Umsätzen ein Plus von 8,4 Prozent auf 3,96 Mrd. Euro und bei der Kartenzahl von 2,2 Prozent auf 1,03 Millionen.

Die elektronische Geldbörse "Quick" wies 2006 bei den Transaktionen ein Plus von 9,9 Prozent auf 23,96 Millionen auf, beim Volumen gab es ein Plus von 0,7 Prozent auf 135 Mio. Euro. 2007 sollen die Zahlungstransaktionen um 12 Prozent auf 27 Millionen steigen, das Volumen um 5,8 Prozent auf 148,5 Mio. Euro.

Die Bargeldbezüge erhöhten sich im Vorjahr um 7,3 Prozent auf 16,6 Mrd. Euro, die Zahl der Transaktionen wuchs um 6,1 Prozent auf 126,6 Millionen.

Ein neuer Rekord wurde im heurigen Weihnachtsgeschäft beim Einsatz der Europay-Produkte am 22. Dezember verzeichnet. Insgesamt wurde die Bankomatkarte bei mehr als 2 Millionen Transaktionen eingesetzt, davon entfielen 1,6 Millionen auf PoS-Terminals. Am 23. Dezember wurde die Karte dann immerhin noch 1,9 Millionen mal eingesetzt.

Kräftige Umsatzzuwächse von 20 Prozent gab es im Vorjahr auch im E-Commerce. Insgesamt lagen die Umsätze beim Online-Shopping mit Maestro oder MasterCard bei 125 Mio. Euro. Den Maestro-Secure-Code im Einsatz hätten derzeit 450 Händler, den MasterCard Secure-Code 1.300 Händler. Heuer sollen es 1.500 (MasterCard) bzw. 1.000 (Maestro) werden.

Immer beliebter werde auch die Prepaid-Karte, so Neubauer. Die Austrian Airlines beispielsweise zahlten Kompensationen für Passagiere mittlerweile via Prepaid-Karte. Gespräche über eine solche Lösung gebe es auch mit anderen Fluglinien. Mit der Republik Österreich habe man einen Rahmenvertrag für die die Verwendung von Prepaid-Karten zur Auszahlung des Solds an Grundwehrdiener ohne Konto geplant, so Judt. Das seien gar nicht so wenige.

Mehr Geschäft machen will man heuer mit Trafikanten und Hotels, aber auch mit Ärzten, wobei man Lösungen über die technischen Leitungen der e-card-Infrastruktur im Visier habe.
(APA/red)