Fakten von

Israels Polizei befragte Netanyahu
zu Verdacht der Vorteilsnahme

Ministerpräsident soll illegale Geschenke von Geschäftsleuten angenommen haben

Die israelische Polizei hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Montag erstmals zu dem Verdacht befragt, er habe von Geschäftsmännern illegale Vergünstigungen angenommen. Die Vernehmung in Netanyahus Amtssitz durch Mitglieder des Sonderermittlungsteams Lahav 433, bekannt auch als "israelisches FBI", habe drei Stunden gedauert, teilte ein Polizeisprecher am späten Abend mit.

Auch das Justizministeriums veröffentlichte zum ersten Mal eine ausführliche Mitteilung des Generalstaatsanwalts Avichai Mandelblit zu den Ermittlungen gegen Netanyahu. Der Regierungschef selbst weist alle Vorwürfe von sich.

Eine im Juli 2016 angeordnete Prüfung von verschiedenen Vorwürfen gegen Netanyahu habe schließlich zu dem gegenwärtigen Ermittlungsverfahren geführt, hieß es in der Mitteilung Mandelblits. Dutzende von Zeugen in Israel und im Ausland seien befragt worden, teilweise mehrmals. Relevante Dokumente seien sichergestellt worden. Bei der Beweisaufnahme habe es innerhalb des vergangenen Monats eine Wende gegeben. Weitere Details könnten erst im weiteren Verlauf der Ermittlungen bekanntgegeben werden, falls diese der Untersuchung nicht schadeten.