Israelische Luftangriffe im Gazastreifen: Einrichtungen der Hamas im Raketen-Visier

Nach Angaben palästinensischer Ärzte neun Verletzte Palästinenser feuerten zuvor Raketen auf Sderot ab

Israelische Luftangriffe im Gazastreifen: Einrichtungen der Hamas im Raketen-Visier

Die israelische Armee hat erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Es handelte sich dabei vordringlich um Einrichtungen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden dabei neun Menschen verletzt. Militante Palästinenser hatten zuvor vom Gazastreifen aus weitere Raketen auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert.

Israelische Medien berichteten, eine Frau in Sderot habe einen Schock erlitten. Zu dem neuen Angriff bekannten sich die radikalen Gruppen Hamas, die Volkswiderstandskomitees und die Al-Aksa-Brigaden, der militärische Arm der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas.

In Jabalia im Norden des Gazastreifens griff ein israelischer Kampfhubschrauber in der Nacht ein von der Hamas genutztes Gebäude an. Mindestens eine Rakete habe dabei ein benachbartes Wohnhaus getroffen, berichteten Augenzeugen. Neun Bewohnern seien verletzt worden, darunter auch mehrere Kinder. Ein zweiter Luftangriff habe wenig später in Gaza einem Waffenlager der Hamas gegolten. Verletzte habe es dabei nicht gegeben.

Vor kurzem hatte die israelische Luftwaffe insgesamt vier Angriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen, bei denen ein Posten der Hamas und eine als Waffenfabrik bezeichnete Metallwerkstatt zerstört wurden. Ziel war zudem ein Gebäude der radikale Palästinensergruppe Volkswiderstandskomitees in Gaza.

Der israelische Verteidigungsminister Amir Peretz forderte die Europäische Union auf, ihren Boykott gegen die Palästinenserregierung zu verschärfen. Solange Raketen vom Palästinensergebiet aus auf Israel abgefeuert werden, dürften keine Hilfen an die palästinensische Regierung freigegeben werden, sagte Peretz nach einem Treffen mit EU-Chefdiplomat Javier Solana. Dieser verurteilte die Gewalt und mahnte einen politischen Dialog an.

(apa/red)