Israelische Armee zieht sich aus Nablus zurück: "Heißer Winter" läuft weiter

Operation "Heißer Winter" noch nicht abgeschlossen Fünf palästinensische Extremisten festgenommen

Israelische Soldaten haben in Nablus teilweise Haus für Haus nach palästinensischen Extremisten durchgesucht. Dabei wurde auch ein Palästinenser getötet worden.

Jugendliche nach Mord an 42-Jährigen festgenommen
Die israelischen Behörden bestätigten unterdessen die Festnahme von zwei palästinensischen Jugendlichen, die im Süden des Westjordanlandes einen 42 Jahre alten israelischen Siedler erstochen haben sollen. Wie es hieß, hätten Agenten des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und Polizisten die Verdächtigen in Gewahrsam genommen. Die Leiche des Siedlers wurde nördlich von Hebron gefunden. Die beiden 18-Jährigen hätten gestanden, den Siedler aus "nationalistischen Motiven" heraus getötet zu haben. Sie hätten aber nicht im Auftrag einer militanten Organisation gehandelt.

Mindestens 5 palästinensische Extremisten festgenommen
Bei der nach Armeeangaben seit Monaten größten Militäroperation im Westjordanland wurden mindestens fünf gesuchte palästinensische Extremisten festgenommen, insgesamt befinden sich mehr als 30 Palästinenser in Haft, berichteten israelische Medien. Außerdem hätten Soldaten vier Werkstätten zur Sprengstoffherstellung sowie mehrere Waffenlager ausgehoben, teilte die Armee mit. An dem Einsatz in Nablus waren mehr als 100 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge beteiligt.

Nach Angaben palästinensischer Ärzte kam bei dem Einsatz ein 42 Jahre alter Palästinenser in der Alstadt von Nablus ums Leben, sein Sohn sei verletzt worden. Die israelische Armee bestätigte, dass es sich bei den beiden um unbewaffnete Zivilisten handelte, jedoch seien in ihrem Haus Waffen gefunden worden.

Nablus gilt als Hochburg der militanten Al-Aksa-Brigaden. Nach Angaben der Armee stammten von insgesamt 170 "potenziellen Terroristen", die im vergangenen Jahr im Westjordanland vom Militär abgefangen wurden, 119 aus Nablus. In den letzten Monaten seien in der Stadt neun Sprengstoffgürtel gefunden worden. Nach Geheimdienstinformationen würden derzeit in der Stadt weitere Anschläge gegen Israel geplant und vorbereitet.

(apa/red)