Israel rüstet sich zum Vergeltungsschlag:
Bewohner von Rafah vor Luftangriff gewarnt

Waffenruhe nach Ashkelon-Angriff erneut in Gefahr Netanyahu verspricht Hamas-Fall bei Wahlsieg

Israel rüstet sich zum Vergeltungsschlag:
Bewohner von Rafah vor Luftangriff gewarnt © Bild: APA/EPA/Hashlamoun

Die Scharmützel gehen weiter. Nach einem neuerlichen Raketenangriff aus dem Gazastreifen bereitet Israel offenbar einen Vergeltungsschlag vor. Bewohner der Stadt Rafah im Gazastreifen teilten mit, sie hätte eine SMS-Warnung der israelischen Streitkräfte mit der Aufforderung erhalten, wegen eines bevorstehenden Luftangriffs ihre Häuser zu verlassen.

Die Bemühungen um eine Festigung der Waffenruhe und eine politische Neuordnung im Gazastreifen sind wenige Tage vor den israelischen Parlamentswahlen äußerst gefährdet. Die israelische Regierung steht unter dem Druck der bevorstehenden Parlamentswahlen am 10. Februar. In den Umfragen führt der Likud-Block von Oppositionsführer Benjamin Netanyahu, der für ein hartes militärisches Vorgehen gegen die Palästinenser eintritt. Netanyahu hat für den Fall seines Wahlsiegs den Sturz des Hamas-Regimes versprochen. "Eine Regierung unter meiner Führung wird die Hamas in Gaza entmachten und die Raketenangriffe beenden", sagte der Wahlfavorit bei einem Besuch in der Küstenstadt Ashkelon.

In Kairo konferierte unterdessen eine Hamas-Delegation mit dem ägyptischen Geheimdienstchef General Omar Suleiman über die Modalitäten einer Versöhnung mit der Fatah von Präsident Mahmoud Abbas, der sich auf einer Europareise befindet.

Bei dem Raketenangriff auf die israelische Stadt Ashkelon wurde erstmals eine Grad-Rakete mit größerer Reichweite eingesetzt. In der 122.000 Einwohner zählenden Stadt wurde niemand verletzt. Ministerpräsident Ehud Olmert, Außenministerin Tzipi Livni und Verteidigungsminister Ehud Barak berieten anschließend über das weitere Vorgehen. "Die Hamas spielt mit dem Feuer, und sie allein wird für die Zerstörung der Waffenruhe verantwortlich sein", sagte Regierungssprecher Mark Regev. Die internationale Gemeinschaft werde erkennen, dass eine neue Eskalation "das direkte Ergebnis des extremistischen, unverantwortlichen und nihilistischen Verhaltens der Hamas" sei.

Clinton ruft Hamas zu Feuerpause auf
US-Außenministerin Hillary Clinton hat die radikalislamische Hamas zu einem sofortigen Stopp des Raketenfeuers auf Israel aufgerufen. "Unsere Bedingungen in Bezug auf die Hamas haben sich nicht geändert und werden sich nicht ändern", betonte Clinton in Washington nach einem Gespräch mit dem aus der Region zurückgekehrten US-Sondergesandten George Mitchell.

Clinton sprach sich für "einen unabhängigen und überlebensfähigen Palästinenserstaat" aus. Ihr Land werde sich "solange wie nötig" für einen Frieden im Nahen Osten einsetzen, sagte Clinton. Zugleich kündigte Clinton an, dass Mitchell noch vor Ende dieses Monats erneut in die Region reisen soll.

Israel hatte nach einer dreiwöchigen Militäroffensive am 18. Jänner ebenso wie die Hamas eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, die jedoch brüchig ist.
(apa/red)