Nahost von

Israel baut Siedlungen aus

1.500 neue Wohnungen sollen in Palästinensergebieten errichtet werden

Werbung für israelische Siedlungen © Bild: APA/EPA/Abir Sultan

Israel will in den besetzten Palästinensergebieten weitere 1.500 Wohnungen errichten. Das Wohnungsbauministerium veröffentlichte Ausschreibungen für 1.100 Wohnungen in bereits bestehenden jüdischen Siedlungen im Westjordanland sowie 400 weitere im besetzten Ostteil Jerusalems, wie israelische Medien am Donnerstag berichteten.

Wohnungsbauminister Uri Ariel bezeichnete die Planungen als eine "angemessene zionistische Antwort" auf die Bildung der neuen Einheitsregierung der Palästinenser, die er als "terroristisch" bezeichnete. Israel habe das Recht und die Aufgabe, "im ganzen Land" zu bauen. Die zionistische Bewegung propagiert den Ausbau eines jüdischen Nationalstaats in Palästina.

Eine Regierung der nationalen Einheit hatte am Montag in Ramallah vor Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas den Amtseid abgelegt. Die Konsensregierung ist das erste Ergebnis eines Aussöhnungsabkommens, das die PLO, in der die Fatah-Partei von Abbas dominiert, und die Hamas Ende April überraschend getroffen hatten.

Palästinenser drohen mit "beispielloser" Reaktion

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat mit einer "beispiellosen" Reaktion auf die Ankündigung gedroht. "Israel muss verstehen, dass seine Siedlungspolitik inakzeptabel ist", sagte ein Sprecher des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas nach Angaben der Nachrichtenagentur "Wafa".

Der israelische Rundfunk hatte zuvor berichtet, Israels Bauministerium habe Ausschreibungen für 1.100 Siedlerhäuser veröffentlicht. Die Zeitung "Haaretz" berichtete sogar von 1.500 Wohneinheiten. Israel habe damit auf die Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung reagiert.

Kommentare