Israel: Hungerstreik palästinensischer Häftlinge durch Grillduft beenden?

Kurios-gemeine Maßnahmen im Gefängnis Streik weitet sich aus: Schon 1549 verweigern Nahrung

Mit dem Duft von Essen und Gegrilltem wollen die israelischen Strafvollzugsbehörden laut Medienberichten den Hungerstreik palästinensischer Häftlinge beenden. In den Gefängnishöfen gebe es Barbecues, Brote und Kuchen würden gebacken und die Wächter seien angewiesen worden, Falafel zu essen, berichteten die israelischen Tageszeitungen "Haaretz" und "Maariv" am Montag. Doch bis jetzt ohne Wirkung: Der Streik hat sich ausgeweitet: Mittlerweile verweigern 1549 Strafgefangene die Nahrungsaufnahme.

Der Sprecher der Justizvollzugsverwaltung, Sharon Gutman, sagte, dies sei "keine offizielle Politik". Die Wächter könnten jedoch eigene Methoden anwenden, wenn sie diese für wirksam hielten, um den Hungerstreik zu beenden.

Die Gefängnisverwaltung sagte zu dem Hungerstreik: "Die Häftlingen werden gewogen, um ihren Zustand genau zu beobachten." Wachleute beschlagnahmten versteckte Zigaretten und Süßigkeiten. Zudem seien größere Mengen Salz konfisziert worden. Palästinensische Strafgefangene hätten kleine Lager angelegt, um sich mit Mineralien versorgen zu können, berichteten israelische Medien.

Die Häftlinge verlangen Telefone in ihren Gefängnistrakten, Möglichkeiten, Besucher ohne trennende Glaswände zu treffen, sowie ein Ende von als unnötig scharf bezeichneten Personenkontrollen. Die Gefängnisverwaltung hat die Haftbedingungen als Reaktion auf den Hungerstreik aber zunächst verschärft. (apa/red)