Israel entlässt 200 Palästinenser aus Haft:
Kabinett beschließt Geste des guten Willens

Dialog und Friedensprozess sollen gestärkt werden Olmert löst Versprechen an Präsident Abbas ein

Israel entlässt 200 Palästinenser aus Haft:
Kabinett beschließt Geste des guten Willens © Bild: EPA

Israel lässt als Geste des guten Willens rund 200 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen frei. Das beschloss das Kabinett in Jerusalem. Mit dieser vertrauensbildenden Maßnahme sollten der Dialog mit der Palästinenserführung und der Friedensprozess gestärkt werden, sagte Regierungssprecher Mark Regev auf Anfrage.

Die Freilassung solle zeigen, dass mit Verhandlungen, Mäßigung und Aussöhnung greifbare Ergebnisse erzielt werden könnten. Zu den 200 Gefangenen gehören nach Angaben des Sprechers auch Palästinenser "mit Blut an den Händen". Damit sind im Sprachgebrauch der israelischen Führung Terroristen gemeint. Medienberichten sollen unter den Freigelassenen zwei Palästinenser sein, die an tödlichen Anschlägen auf Israelis beteiligt waren.

Versprechen an Abbas
Der israelische Ministerpräsident Olmert hatte während eines Gesprächs mit dem palästinensischen Präsidenten Abbas am 6. August die Freilassung versprochen. Nach den Worten Olmerts will Israel damit demonstrieren, dass die Freilassung von palästinensischen Gefangenen auf dem Wege des Dialogs und nicht mit Mitteln der Gewalt möglich sei. Auch Abbas will der palästinensischen Öffentlichkeit beweisen, dass Erfolge auf dem Weg von Verhandlungen mit Israel möglich sind.

Israels Verteidigungsminister Barak und der palästinensische Regierungschef Fayyad hatten zuvor bei einem Treffen über sicherheitspolitische Fragen beraten. Bei ihrem Gespräch in Tel Aviv sei es um Sicherheitsthemen und politische Fragen gegangen, teilte das israelische Verteidigungsministerium mit.
(apa/red)