Rauchen nur noch auf Rezept

Parlament in Reykjavik sagt Glimmstängeln den Kampf an

von Island - Rauchen nur noch auf Rezept © Bild: APA/dpa/Gebert

Nach einem dieser Tage debattierten Gesetzesentwurf sollen die gesundheitsschädlichen Glimmstängel aus sämtlichen Supermärkten, Tankstellen, Duty-Free-Shops und Trafiken Islands verbannt werden. Gegen Vorlage eines ärztlichen Attests sollen Zigaretten dann nur mehr in Apotheken erhältlich sein. Im Parlament Althing in Reykjavik zeichnet sich bereits eine breite Mehrheit für den Vorschlag ab.

Sollte das Gesetz realisiert werden, werden Raucher aus Island künftig zu Suchtkranken erklärt, mit der Verpflichtung zu regelmäßigen Besuchen beim Arzt. Der soll die Patienten über die Gefahren des Rauchens aufklären und Entwöhnungskuren empfehlen.

Kein Schnäppchen
Sollte das nichts helfen, wird ein Rezept auf Zigaretten ausgestellt. Um die staatliche Subvention für Medikamente fallen Raucher allerdings um - sie müssen die Glimmstägel zum teureren Marktwert erstehen. Und der ist auf Island nicht gerade billig: Für ein Packerl "Tschick" sind im Schnitt 900 isländische Kronen (5,40 Euro) zu berappen. Weit mehr, rund 3000 Kronen (18 Euro) koste es jedoch, wenn die gesellschaftlichen Kosten fürs Rauchen mit einberechnet würden, so die Befürworter der Gesetzesvorlage.

In Sachen Rauchentwöhnung ist Island ohnehin bereits Musterschüler: 1991 rauchten laut "derstandard.at" noch 30 Prozent regelmäßig, heute sind es nur noch knapp 15 Prozent. Mit dem neuen Gesetz soll dieser Wert weiter sinken und der "Raucher-Tod" von der Insel vertrieben werden.