Islamischer Friedhof in Wien geschändet: Schwarze Kreuze auf Mauerwerk geschmiert

Tat ereignete sich bereits vor eineinhalb Monaten PLUS: Wiener Grüne sind über den Vorfall bestürzt

Der in Bau befindliche islamische Friedhof in Wien-Liesing ist - wie nun bekannt wurde - bereits vor eineinhalb Monaten geschändet worden. 23 schwarze Kreuze wurden innen auf das Mauerwerk der Umzäunung des Friedhofs geschmiert. "Das ist eine gezielte Provokation", sagte Omar Al-Rawi, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG) zur APA. Der SPÖ-Gemeinderat hatte die "Bemalungen" bei Dreharbeiten entdeckt.

Die dicken, schwarzen Kreuze wurden jeweils zwischen zwei Säulen aufgetragen - "wie mit einer Walze", berichtete Al-Rawi. Die Art und Weise der Beschmierung mute "professionell" an, sagte er. Dass die Zahl 23 gewählt wurde, könne auf den 23. Bezirk, Liesing, hindeuten.

Der Projektleiter beim ersten islamischen Friedhof in Wien soll bereits seit eineinhalb Monaten über die Schändung Bescheid gewusst haben, wollte den Vorfall aber nicht kommunizieren, so Al-Rawi. Mit hohen Kosten werden man die Zahlen nun entfernen müssen.

Der islamische Friedhof soll im Sommer 2007 fertig gestellt werden. Das Projekt hat bereits eine lange Geschichte: Fast 20 Jahre dauerte es, bis die Gespräche zwischen IG und Stadt 2001 mit der Präsentation der Pläne zu einem Erfolg führten. 2006 kam es zu einem Brandanschlag auf den Rohbau der Besucherhalle, was die Arbeiten verzögerte.

Wiener Grüne bestürzt
Die Wiener Grünen sind bestürzt.. Als "ein alarmierendes Zeichen für erstarkende Islamophobie und Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten", bezeichnete die Menschenrechtssprecherin, Alev Korun, die Aktion, die bereits eineinhalb Monate zurück liegen dürfte, in einer Aussendung.

Der islamische Friedhof sei ein Zeichen des Heimisch-Werdens der Muslime in Österreich. Offensichtlich gebe es Menschen, "denen das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Christen hier zu Lande ein Dorn im Auge ist und die Muslime durch Schändungsakte terrorisieren wollen", sagte sie. Es sei erschütternd, dass so etwas mitten in Österreich passieren könne.

(apa/red)