Islamische Glaubensgemeinschaft reagiert:
Ausdrücke wie "artfremd" sind "irritierend"

Klares Bekenntnis zum österreichischen Rechtsstaat Eingeständnis, dass es Probleme mit Integration gibt

Islamische Glaubensgemeinschaft reagiert:
Ausdrücke wie "artfremd" sind "irritierend"

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat sich gegen Pauschalverurteilungen und Diskriminierung von Muslimen im Zuge der Debatte um die festgenommenen Islamisten gewehrt. Präsident Anas Schakfeh bezeichnete Aussagen von manchen österreichischen Politikern in diesem Zusammenhang als "irritierend". Durch Ausdrücke wie "artfremd" sehe er das Säkularitätsprinzip verletzt.

In einem säkularen Staat seien alle Bürger gleich, so Schakfeh in Richtung des niederösterreichische Landeshauptmann Pröll. Dieser hatte Minarette als artfremd bezeichnet.

Schakfeh gestand ein, dass es Probleme mit der Integration gebe, und nicht alle Muslime integriert seien. Man müsse nicht alles schlechtreden, denn die Probleme in Österreich seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringer. Was die drei unter Terrorverdacht verhafteten Islamisten (einer davon ist wieder auf freiem Fuß) gemacht haben, sei dennoch nicht "harmlos aber dilettantisch", so Schakfeh.

Bekenntnis zu Rechtsstaat und Verfassung
Die Islamische Glaubensgemeinschaft bekenne sich jedenfalls zum österreichischen Rechtsstaat und zur österreichischen Verfassung. Für sie gelte das österreichische Strafrecht und man wolle auch nicht die Scharia einführen. "Das ist ausgeschlossen", so Schakfeh. Die drei Verhafteten gehörten jedenfalls einer Minderheit an, die die Glaubensgemeinschaft ablehne. Das sei jedoch nur eine Ausnahme. Laut Schakfeh vertritt die Glaubensgemeinschaft 90 Prozent der Muslime in Österreich.

Carla Amina Baghajatin, Medienreferentin der Glaubensgemeinschaft, betonte, dass Panik und Hysterie sowie ein Misstrauen gegen Muslime allgemein unbegründet seien. "Radikales Gedankengut findet keinen Rückhalt in den muslimischen Gemeinden, trotzdem muss weiter daran gearbeitet werden, dass sich fanatische bis gewaltbereite Einstellungen erst gar nicht bilden", so Baghajatin.

(apa/red)