Fakten von

Trotz Paris-Terror leben
wir in einer friedlichen Zeit

Vergleich zeigt, dass das Leben in Westeuropa heute relativ sicher ist

Eiffelturm in Paris © Bild: iStockphoto.com

Die Terror-Miliz IS (Daesh) versetzt die Welt zur Zeit in Angst und Schrecken. 147 Menschen mussten bei den Anschlägen in Paris ihr Leben lassen. In Brüssel wurde vorübergehend höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Noch nie, so scheint es, hatte der Terror die Welt so sehr in seinen Fängen wie jetzt. Die westliche Welt ist zutiefst verunsichert. Und dennoch leben wir heute unverhältnismäßig sicherer also noch vor 30, 40 Jahren.

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Es scheint grausam, anhand der Zahl der Todesopfer auszumachen, wie gefährlich die Zeit ist, in der man lebt. Und dennoch: Ein Blick darauf, wie viele Menschen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts bei terroristischen Angriffen ihr Leben lassen mussten, relativiert zahlenmäßig die - nicht minder furchtbare - Situation, die wir dieser Tage durchleben.

Terror-Anschläge im 21. Jahrhundert

Im Jahr 2004 erschütterte eine Serie von zehn durch islamistische Terroristen ausgelösten Bombenexplosionen die spanische Hauptstadt Madrid. Damals kamen 191 Menschen ums Leben. Im Jahr darauf starben bei einer Serie von islamistischen Selbstmordattentaten in London 52 Menschen. Bei dem Amoklauf im Feriencamp auf der Insel Utoya fielen 77 Menschen dem Terror zum Opfer. In Paris werden dieser Tage 147 Opfer betrauert. 467 Terror-Opfer seit Beginn des 21. Jahrhunderts. Eine Rechnung, die nur einen Schluss zulässt: 467 Opfer zu viel!

Werfen wir einen Blick zurück, zeigt sich allerdings, dass auch das 20. Jahrhundert keineswegs von terroristischen Angriffen verschont geblieben ist. Im Gegenteil: Jahr um Jahr gab es Opfer terroristischer Anschläge zu betrauern. Dabei ist Großbritannien, wie eine Statistik der "huffingtonpost.co.uk" veranschaulicht, jener Staat, der die meisten Opfer verzeichnen muss. Allein zwischen 1972 und 1976 sterben rund 1.300 Menschen bei terroristischen Attacken. Ab dem Jahr 1977 scheint Spanien vermehrt ins Blickfeld von Terroristen zu rücken. 1979 und 1980 fallen laut Statistik rund 220 Menschen Terrorattacken zum Opfer. Und bis ins Jahr 1992 verlieren Jahr um Jahr um die 50 Menschen bei entsprechenden Angriffen ihr Leben.

Kein Jahr ohne Terror-Opfer

Besonders schlimm war es in den Jahren 1972, 1974, 1980 und 1988. In diesen Jahren starben rund 400 Menschen unter anderem in Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland. Bis auf das Jahr 1980 hatte Großbritannien stets die meisten Terror-Opfer zu verzeichnen. 270 etwa beim Lockerbie-Anschlag, einem Bombenattentat auf ein Passagierflugzeug der Linie Pan Am im Jahr 1988. 1980 kamen bei einem Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof in Bologna 85 Menschen ums Leben.

Der Schrecken nach den Paris-Anschlägen sitzt uns tiefer als je zuvor in den Knochen. Dennoch zeigt der Vergleich, dass die Zeit, in der wir leben, relativ sicher ist, traten zwischen 1970 und 2000 terroristische Anschläge doch wesentlich gehäufter auf. Dazu Adrian Gallagher, der an der Leeds University Internationale Sicherheit lehrt: "In Wirklichkeit ist Westeuropa heute sicherer, als es vor einigen Dekaden war, und weit sicherer als andere Teile der Welt. Und weiter: "Die Daten stützen die These, dass wir heute in der friedlichsten Periode der menschlichen Geschichte leben", wie der Experte gegenüber "huffingtonpost.co.uk" erläutert.

Wenngleich diese Ausführungen die Gefahr, die vom IS ausgeht, nicht schmälern sollen, zeigen sie doch zumindest eines: Dass wir die Hoffnung auf eine von Frieden gezeichnete Zukunft nicht aufgeben müssen, nicht aufgeben dürfen.

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