Kämpfe von

IS mit Granaten aus Deutschland

Falscher Empfänger: Abgeworfene Waffenlieferungen landen in Händen der Terrormiliz

Kämpfe - IS mit Granaten aus Deutschland © Bild: Screenshot/Youtube/A3maq News

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben deutsche Handgranaten älterer Bauart präsentiert. Auf einem im Internet hochgeladenen Video packen Extremisten Granaten aus, deren Behälter die Aufschrift "DM41" tragen - die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats. Unklar ist, aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie den Weg nach Syrien gefunden haben.

Auf dem am Dienstag im Internet hochgeladenen Video zeigen Extremisten zunächst eine auf einem Feld niedergegangene Fallschirmladung. Die USA hatten zu Wochenbeginn Waffen aus kurdischen Beständen für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt Kobane abgeworfen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle landete mindestens ein Waffenabwurf in den Händen des IS.

Waffenlieferung von IS abgefangen

Ein deutscher Bundeswehrsprecher sagte am späten Dienstagabend der Nachrichtenagentur dpa, Granaten des im Video gezeigten Typs seien nicht kürzlich an die kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordirak geliefert worden. Vielmehr hätten die Kurden dort das Nachfolgemodell "DM51" erhalten. Die Bundeswehr hatte die Kurden im Irak im Kampf gegen den IS mit Waffen ausgestattet. Über die "DM41"-Granaten hatte zuvor der Blog-Autor Thomas Wiegold geschrieben.

Das US-Verteidigungsministerium hält es für möglich, dass von den 28 abgeworfenen Bündeln mindestens eines versehentlich an den IS gelangte. Pentagonsprecher John Kirby sagte, bestätigen könne er Berichte, nach denen der IS die Waffen in Besitz genommen hat, aber nicht. "Die kurze Antwort ist: Wir wissen es nicht."

Kurden schweigen zu Vorfall

Am Montag hatte das Zentralkommando in Florida noch mitgeteilt, dass in der Nähe von Kobane eine herrenlose Ladung Waffen zerstört wurde. Damit wolle man verhindern, dass diese in die falschen Hände geraten. Kirby sagte dagegen am Dienstag, dass das Bündel zwar getroffen worden sei. Ob es tatsächlich zerstört wurde, sei aber nicht klar. Selbst wenn ein Bündel sein Ziel nicht erreicht habe, sei die Erfolgsquote der Abwürfe aber äußerst hoch.

Die Kurden in Kobane wollten keine Angaben dazu machen, ob in der von den USA abgeworfenen Waffenlieferung auch deutsche Waffen enthalten waren. Der Verwaltungschef von Kobane, Anwar Muslim, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag auf Anfrage per Telefon, er wolle dazu keine Auskunft geben, weil es sich um eine militärische Angelegenheit handle. Die deutschen Waffenlieferungen an die Peschmerga waren vor knapp einem Monat angelaufen.

US-Kampfflugzeug weiter im Einsatz

US-Kampfflugzeuge setzten unterdessen ihre Luftangriffe nahe Kobane fort. Seit Montag seien vier Angriffe geflogen worden. Dabei seien eine "große IS-Einheit" sowie weitere Stellungen der Milizen und ein von ihnen besetztes Gebäude zerstört worden, teilte das US-Zentralkommando am Dienstag mit. Im Irak zerstörten demnach Kampfflieger eine IS-Stellung nahe einer Ölraffinerie sowie südöstlich des Mossul-Staudamms. Auch Verbündete hätten Angriffe auf IS-Milizen im Irak geflogen. Alle Flugzeuge seien sicher zurückgekehrt.

Der IS hatte zuvor seinen Ansturm auf Kobane forciert. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden neue Einheiten der radikalen Islamisten aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Al-Raqqa und Jarabulus abgezogen. Auf kurdischer Seite waren nach Angaben der türkischen Regierung bis Dienstagabend noch keine verbündeten Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak eingetroffen. Die Türkei hatte am Montag kurdischen Kämpfern aus dem Irak eine Einreiseerlaubnis nach Kobane erteilt.

Kein Giftgasangriff in Kobane

Gerüchte über einen Giftgasangriff der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in der umkämpften Kurdenstadt Kobane haben sich nach Angaben von Menschenrechtlern als falsch erwiesen. Augenzeugen aus der Stadt im Norden Syriens hatten in der Nacht berichtet, zahlreiche Bewohner würden an Atemnot leiden und Symptome eines Giftgasanschlages zeigen.

Tatsächlich soll es sich jedoch um eine Einzelperson handeln: "Ein Allergiepatient litt unter dem durch die Bombardierungen verursachten Rauch", sagte Rami Abdelrahman (Abdel Rahman), Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er sei in der Nacht stationär mit Sauerstoff behandelt worden und habe das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Kommentare

Jetzt sind die Deutschen schon genau so unfähig und blöd wie ihre Verbündeten die Amis.

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