Extremismus von

Kanada fliegt erste
Luftangriffe gegen IS

Einsatz im Irak dauerte rund vier Stunden - Kampfjets beenden ihre erste Mission

Kanadischer Kampfjet © Bild: Reuters/Vincenzo Pinto/Files

Im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat Kanada seine ersten Luftangriffe im Irak ausgeführt. F-18-Kampfjets hätten am Sonntag Ziele der Extremistenbewegung in der zentralen Region Falluja angegriffen, teilte der kanadische Verteidigungsminister Rob Nicholson mit.

Dem rund vierstündigen Einsatz gingen demnach zweitägige Erkundungsflüge voraus. Alle Kampfjets seien nach der Mission ohne Zwischenfälle wieder in ihrer Basis in Kuwait gelandet.

Keine Auskunft zu Schäden durch Angriffe

Zu "Schäden" durch die Luftangriffe wollte sich das Verteidigungsministerium zunächst nicht äußern, am Dienstag werde es dazu detaillierte Informationen geben, hieß es.

Das kanadische Parlament hatte Anfang Oktober Grünes Licht für den Militäreinsatz im Irak gegeben. Kanada unterstützt damit die von den USA angeführte Koalition gegen IS. Die radikalen Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile des Nordiraks sowie Syriens übernommen.

London will Jihad-Rückkehrern helfen

Großbritannien will aus dem Irak und Syrien zurückkehrenden Jihadisten helfen, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern - soweit sie gute Absichten hätten und andere überzeugen könnten, nicht in den "Heiligen Krieg" zu ziehen. Das sagte der ehemalige britische Außenminister und derzeitige konservative Fraktionsführer im Parlament, William Hague, am Sonntag in einem BBC-Interview.

Einige der Rückkehrer bräuchten "einfach Hilfe, weil sie eine extrem traumatische Zeit" durchgemacht hätten, während sie im Nahen Osten gekämpft hätten, meinte Hague. Die britische Regierung hatte ursprünglich erwogen, radikalen islamistischen Kämpfern die Rückkehr nach Großbritannien zu verweigern. Der Vorschlag wurde aber fallen gelassen, nachdem Juristen darauf hingewiesen hatten, dass es illegal wäre, Menschen zu Staatenlosen zu machen.

Noch nicht viele Kämpfer zurückgekommen

Es seien noch nicht viele Kämpfer zurückgekommen und hätten um Unterstützung ersucht, so Hague. Sollten sie dies tun, würden Regierung, Polizei und Gesundheitsbehörden mit diesen Leuten zusammenarbeiten und ihnen helfen, sich wieder zu integrieren und anderen beizustehen. Höchste Priorität habe die Sicherheit der Menschen in Großbritannien und deshalb werde man handeln.

"Wenn wir glauben, dass Leute gefährlich sein könnten, werden wir ihre Pässe konfiszieren", betonte der Tory-Politiker. Man arbeite im Parlament daran, den Behörden zusätzliche Befugnisse zu geben. Es habe heuer bereits 200 Festnahmen in Zusammenhang mit Personen gegeben, die in den Irak und nach Syrien gegangen seien, sagte Hague. Zugleich würden Innenministerium und Polizei zusammenarbeiten, um Leuten zu helfen, die mit guten Absichten zurückkämen. "Natürlich müssen wir sicher sein, dass sie gute Absichten haben", fügte Hague hinzu.

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