TV-Sendung von

Irmgard Griss moderiert
die "Tagespresse"-Show nicht

Die Nachricht, Griss würde die neue Satiresendung moderieren, war selbst Satire

TV-Sendung - Irmgard Griss moderiert
die "Tagespresse"-Show nicht © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss wird nichts mit der neuen, ab Herbst im ORF laufenden Satireshow "Tagespresse aktuell" zu tun haben. Eine Aussage, mit der einer der "Tagespresse"-Autoren ironisch eine Journalistenfrage beantwortete, wurde von anderen Medien als Fakt übernommen. Sie winkt ab: "Das ist Satire"

Ab 19. September ist Österreichs bekannteste Satireseite "Die Tagespresse" auch im ORF zu sehen. Immer dienstags nach "Willkommen Österreich" sollen die 20 bis 25 Minuten langen Episoden ausgestrahlt werden. Geplant ist eine Fake-Nachrichtensendung, die das aktuelle Geschehen aufgreift. "Tagespresse"-Gründer Fritz Jergitsch und der ORF arbeiteten rund ein Jahr am Konzept dafür. Offen ist allerdings noch, wer die Show moderieren wird. Ö1-Journalist Paul Kraker, der das ähnlich gestaltete Tagespresse-Theaterstück moderierte, kommt aufgrund der ORF-Regeln nicht infrage, da Nachrichten und Satire getrennt bleiben müssen, wie der "Standard" berichtet.

Tageszeitung fiel auf Satire herein

Dass das nicht immer so einfach ist, zeigte sich nun auch rund um die Berichterstattung über die Sendung. Denn Ex-Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss, die seit kurzem auch als "TV-Richterin" für Puls4 ("Im Namen des Volkes") tätig ist, wird die Satireshow definitiv nicht moderieren. Das hatte Tagespresse-Autor Sebastian Huber gegenüber dem "Standard" behauptet. Während aber dem Standard, wie aus dem Bericht hervorgeht, die Ironie durchaus bewusst gewesen sein dürfte, übernahm eine andere österreichische Tageszeitung die Nachricht als Fakt.

Griss bestätigte nun auch der "Presse", mit der Sendung nichts zu tun zu haben: "Das ist Satire". "So mancher Leser" hätte die Meldung durchaus geglaubt, schreibt die Zeitung. Es ist freilich nicht das erste Mal, dass andere Medien auf die Satire-Nachrichten der Plattform hereinfallen: Erst vor rund einem Monat übernahm sogar der britische "Guardian" die Meldung, Sebastian Kurz habe bei Google die Löschung von "Geilomobil"-Suchergebnissen verlangt. In den sozialen Medien stolpern bis heute immer wieder Nutzer über Tagespresse-Artikel, ohne sie als Satire zu erkennen.