Fakten von

Irmgard Griss kandidiert
als Bundespräsidentin

Die ehemalige OGH-Präsidentin gab ihr Antreten per Videobotschaft bekannt

Irmgard Griss © Bild: APA/Helmut Fohringer

In das Kandidatenmikado für die Bundespräsidentenwahl kommt Bewegung. Am Donnerstag hat sich die pensionierte Richterin Irmgard Griss als Erste vorgewagt und per Videobotschaft ihr Antreten für das höchste Amt im Staat bekannt gegeben. Zuvor hatte sie noch Ärger mit dem Parlament bekommen, weil die von ihr geleitete Hypo-Untersuchungskommission Gesprächsprotokolle vernichtet hatte.

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Griss präsentierte sich in dem über Social Media verbreiteten Video als unabhängige Kandidatin und Bundespräsidentin der Zivilgesellschaft. Sie sei niemandem verpflichtet außer dem Volk, den Wählern und dem eigenen Gewissen. Sie wolle eine Gesellschaft des gerechten Ausgleichs, die Schwache stütze und Starke nicht über Gebühr belaste. "Dafür stehe ich und deshalb bin ich bereit zu kandidieren", so Griss.

Ihr sei bewusst, dass sie als Außenseiterin in die Wahl gehe, sagte Griss, dies sei aber auch eine Chance. "Ich will eine unabhängige Kandidatin für alle sein, die eine neue Politik wollen." Diese werde von Ehrlichkeit, Mut und Verantwortung bestimmt sein. Offiziell als Kandidatin vorstellen will sich Griss in einer Pressekonferenz am Freitag in Wien.

Irmgard Griss - Antrittsrede

"Ich kandidiere für das Amt der Bundespräsidentin". Erfahren Sie mehr im offiziellen Antrittsvideo.

Posted by Irmgard Griss on Donnerstag, 17. Dezember 2015

Der breiten Öffentlichkeit wurde die frühere OGH-Präsidentin zunächst als Leiterin der Hypo-Kommission bekannt, wofür sie umfangreiches Lob erhielt - bis zum Donnerstag. Ausgerechnet vor der erwarteten Kandidatur-Bekanntgabe stellte sich heraus, dass die von ihr geleitete Untersuchungskommission die Gesprächsprotokolle zur Aufarbeitung des Hypo-Skandals vernichtet hatte. Dazu sei man aufgrund einer Vereinbarung mit den Institutionen verpflichtet gewesen, hieß es. Die Abgeordneten im U-Ausschuss zeigten sich darüber empört.

Schon in der Woche zuvor hatte sie sich wenig Freunde im Parlament gemacht, indem sie Zweifel am U-Ausschuss äußerte, weil dieser "keinen einzigen Euro zurückholen" werde. "Das Parlament sollte sich lieber den wirklichen Zukunftsfragen widmen", meinte sie.

Unterstützung von Neos

Unterstützung für Griss' Kandidatur gab es dennoch, und zwar von den NEOS. Deren erweiterter Parteivorstand begrüßte am Donnerstag ihr Antreten "außerordentlich", wollte das aber nicht als Wahlempfehlung verstanden wissen. Parteichef Matthias Strolz ortete in der jüngsten Kritik an ihr eine gelenkte Aktion der ÖVP. Die FPÖ, die Griss ebenso wie die NEOS einem Hearing unterzogen haben, zeigt sich ihr gegenüber distanziert, hat sich ihre Entscheidung aber bis Jänner aufgehoben.

Die Spekulationen um eine mögliche Kandidatur der Juristin waren erstmals nach der Präsentation des Hypo-Kommissionsberichts im Dezember 2014 aufgekommen. Damals erklärte sie noch, höchstens dann darüber nachzudenken, wenn "das achte Weltwunder" eintrete und sie als überparteiliche gemeinsame Bewerberin aufgestellt werde. Im Herbst 2015 ging dann jedoch ihre Homepage online, und Griss meinte, sie wolle bei ausreichender finanzieller und organisatorischer Unterstützung antreten.

Irmgard Griss-Reiterer wurde am 13. Oktober 1946 in Bösenbach in der Weststeiermark geboren. Sie studierte in Graz und an der Havard Law School und arbeitete sich bis zur Präsidentin des Obersten Gerichtshofs hoch. Die Mutter zweier erwachsener Söhne ist auch geprüfte Anwältin, war Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofs, unterrichtete Zivil- und Handelsrecht an der Uni Graz und war (von 1969 bis 1974) auch freie Mitarbeiterin des ORF Steiermark.

Kommentare

Griss for Predident!!
Jawohl! Nicht nur ich, sondern eine ganze Gruppe politikverdrossener Nichtwähler sehen in Ihr die Chance, daß gelernte Dampfplauderer endlich von den Pfründen der Macht und lukrativen Versorgungsposten ferngehalten werden. Eine zeitlebens parteifremde Person Ihrer Integrität, Intelligenz und Kenntnis der menschlichen Abgründe ist die einzig logische Wahl als Bundespräsidentin

In diesem Alter ist man Pensionist. Jede Stimme für diese Frau ist eine verlorene Stimme. Das hat nichts mit Ihrer Kompetenz oder ihrem guten Willen zu zu tun.
Ihre Kanditur kostet uns nur Geld für einen zweiten Wahlgang. Wir werden um den Hundstorfer nicht herumkommen, und Europa wird uns nicht mehr ernst nehmen.



Missis Dr. Griss for President, i hope so

Die Frau würde passen....

christian95 melden

Liebe Frau Dr. Griss!
Solche hochbezahlten Ämter bekommt man in Österreich nur mit einem Parteibuch von SPÖ oder ÖVP.
Ich wundere mich immer wieder warum es nicht, so wie überall im Staat, gleich zwei Bundespräsidenten gibt.

giuseppeverdi melden

Aber ob das mit dem Parteibuch und den hohen Ämtern so ist wie Sie glauben, bestimmen doch Sie und ich - der Wähler - und nicht die Parteien. Meine Stimme Frau Griss haben Sie - versprochen!

christian95 melden

Theoretisch schon, praktisch können SPÖ oder ÖVP sogar einen Ziegenbock als Kandidat präsentieren (der könnte auch den ganzen Tag meckern) - würde er auch gewählt. Hauptsache es steht SPÖ oder ÖVP drauf.

Nudlsupp melden

Hier auf diesen Seiten, kenne ich nur einen, der Tag und Nacht meckert, Christian. Sie haben zu unserem wunderschönen Land noch nie, auch nur ein positives Wort verloren, Sind in Ihrer verlogenen und hörigen Parteipropaganda schon so weit, daß Sie uns mit Kuba und Nordkorea vergleichen, obwohl Sie dort schon mindestens 20 Jahre Arbeitslager ausgefasst hätten, würden Sie dort genau so agieren.

Eloy melden

@Nudlsupp: Solche Leute nennt man einfach nur Nestbeschmutzer. Soll er mal nach Nordkorea auswandern, bei seiner Rückkehr würde er den Boden Österreichs küssen.

giuseppeverdi melden

Das mit dem Ziegenbock ist ein absolut ernst zu nehmender Vorschlag. Der ist nämlich besser als der Fischer!

giuseppeverdi melden

Liebe Frau Dr. Griss. Ich habe heute Ihr Interview in der Krone gelesen - Spitzenklasse. Bitte lassen Sie sich nicht in eine Schablone pressen und bleiben siie so erfrischend ehrlich wie sie sind, dann wird Ihre Kandidatur zum Ziel führen.

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