Iraner wirft US-Armee im Irak Folter vor: Mann war für rund zwei Monate verschleppt

USA dementieren jegliche Folter und Entführungen

Ein zwei Monate lang im Irak festgehaltener Iraner hat Foltervorwürfe gegen die USA erhoben. Er sei während seiner Zeit in US-Gefangenschaft von Agenten des Geheimdienstes CIA schwer misshandelt worden, sagte der Diplomat Jalal Sharafi laut einem Bericht des staatlichen iranischen Fernsehens. Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück.

In dem Fernsehbericht hieß es, Sharafi, zweiter Sekretär bei der iranischen Botschaft in Bagdad, sei beim Einkaufen von Agenten angesprochen und zu einem Stützpunkt in der Nähe des Bagdader Flughafens gebracht worden. Die Agenten hätten ihn zu den Beziehungen zwischen dem Iran und dem Irak befragt. Besonders sei es ihnen dabei um iranische Unterstützung für irakische Organisationen gegangen.

Sharafi habe geantwortet, dass Teheran ausschließlich offizielle Beziehungen zum Irak unterhalte, hieß es weiter. Angesichts dieser Antwort seien die Misshandlungen verschärft worden. Sharafi sei "mit verschiedenen Methoden Tag und Nacht" gefoltert worden.

Der Fernsehsender berichtete, Sharafi weise noch immer Folterspuren auf und werde im Krankenhaus behandelt. Auf Druck irakischer Regierungsvertreter sei der Diplomat schließlich vor fast einer Woche freigelassen worden. Er war am 4. Februar von bewaffneten Männern in irakischen Militäruniformen verschleppt worden.

Ein Sprecher des Weißen Hauses, Gordon Johnroe, erklärte, die USA hätten mit Sharafis Gefangennahme nichts zu tun und sprach von iranischer Propaganda. Aus Geheimdienstkreisen hieß es, die CIA weise ebenfalls jede Beteiligung an der Festnahme oder Freilassung des Iraners sowie die Folgervorwürfe zurück. Die Veröffentlichung kommt einen Tag, nachdem die aus iranischer Gefangenschaft heimgekehrten britischen Soldaten von massivem psychologischen Druck berichtet hatten.(apa)