Iran kritisiert Sanktionsdrohungen scharf:
"Wir nehmen diese Drohungen nicht ernst"

Iran: "Frankreich übersetzt US-Politik für Europa" Kouchner: "Nicht vor Sanktionen zurückschrecken"

Iran kritisiert Sanktionsdrohungen scharf:
"Wir nehmen diese Drohungen nicht ernst"

Die Kriegswarnung des französischen Außenministers Kouchner gegen den Iran schlägt weiter hohe Wellen. Irans Präsident Ahmadinejad erklärte, "wir nehmen diese Drohungen nicht ernst". Zuvor hatten bereits die staatlichen iranischen Medien Paris scharf kritisiert. Kouchner erklärte, er sei kein "Kriegstreiber", die Welt dürfe aber nicht vor Sanktionen gegen den Iran zurückschrecken.

Der Elysee-Palast habe es übernommen, die Politik des Weißen Hauses für Europa zu übersetzen, hieß es in einem Kommentar der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Die französische Regierung habe einen Ton angenommen, "der noch härter, aufhetzender und unlogischer" sei als der in Washington.

Nach internationaler Kritik an Kouchners scharfen Tönen unter anderem aus Deutschland geriet der Chefdiplomat auch in Frankreich unter Druck. Premier Fillon bemühte sich zwar um Schadensbegrenzung, Ex-Premier Villepin warf Kouchner jedoch vor, ein falsches Signal an die USA zu senden. "Die US-Regierung muss nicht von uns zum Krieg ermutigt werden", sagte er. Frankreich müsse alles zur friedlichen Lösung des Konfliktes tun, waren sich Fillon und Villepin einig.

Russland warnt vor Militärschlag
Der russische Außenminister Lawrow warnte gegen den Einsatz von Gewalt gegen den Iran und einseitige Sanktionen. "Wir sind davon überzeugt, dass kein modernes Problem eine militärische Lösung hat", sagte er. Moskau mache sich "Sorgen über die immer häufigeren Berichte, wonach ernsthaft über einen Militärschlag gegen den Iran nachgedacht wird." Ein solcher Krieg hätte unabsehbare Folgen.

"Wir fordern eine Antwort, warum sich die Iraner mit der Anreicherung von Uran befassen wollen", sagte Kouchner. Die Verbreitung von Kernwaffen sei "eine der größten Gefahren zu Beginn des 21. Jahrhunderts". Um einen Krieg zu verhindern, seien weitere Gespräche nötig. Zugleich dürfe aber die Möglichkeit von Sanktionen nicht außer Acht gelassen werden.

(apa/red)