Iran von

Mehr Offenheit bei Atomprogramm

Der designierte Präsident Hassan Rohani will Urananreicherung aber nicht beenden

Der designierte iranische Präsident Hassan Rohani © Bild: REUTERS/Fars News/Majid Hagdost

Der designierte iranische Präsident Hassan Rohani hat dem Westen im Streit um das Atomprogramm seines Landes mehr Transparenz zugesagt. Dadurch wolle die Islamische Republik zeigen, dass ihre Nuklearpläne vollständig im Einklang mit internationalen Vereinbarungen stünden, sagte Rohani auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl. Sein Land strebe die Aufhebung aller Sanktionen des Westens an. Zugleich betonte Rohani aber, er sei nicht bereit, die Urananreicherung zu unterbrechen. Iran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Kernwaffen zu arbeiten, was in der Region vor allem Israel in Sorge versetzt.

Der 64-jährige frühere Atom-Unterhändler des Landes forderte zugleich die USA auf, die Rechte des Irans auf ein eigenes Nuklearprogramm zu respektieren und sich nicht in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. Vorher seien keine direkten Gespräche möglich. Die Beziehungen zwischen den USA und Iran seien schwierig und alte Wunden müssten geheilt werden.

Begleitet wurde die live im Staatsfernsehen übertragene Pressekonferenz von einem Eklat. Ein Mann aus dem Publikum sprang auf und forderte die Freilassung des seit 2011 unter Hausarrest stehenden Reformers und Ex-Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Mussawi. Der Mann wurde von Wachleuten abgeführt und die Pressekonferenz auf der Stelle beendet.