Iran will nun doch wieder verhandeln:
Im Atomstreit zu Zugeständnissen bereit

Zusammenarbeit in "angemessenem Rahmen" 2.000 Zentrifugen zur Urananreicherung gestartet

Der Iran ist im Streit um sein Atomprogramm zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche bereit. Wie der Generalsekretär der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed ElBaradei, nach einem Treffen mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Larijani in Wien weiter mitteilte, habe Teheran außerdem Kompromissbereitschaft bei der Klärung aller noch ausstehenden Fragen zugesagt.

Die iranische Regierung hatte die so genannten Sech-Parteien-Gespräche mit den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland im Sommer 2005 abgebrochen.

Er hoffe, dass man binnen zwei Monaten einen Plan über das weitere Vorgehen verabreden und dann bald mit dessen Umsetzung beginnen könne, sagte ElBaradei. Weitere Einzelheiten sollten nach einem am Samstag geplanten Treffen Larijanis mit dem Außenbeauftragten der EU, Javier Solana, in Lissabon mitgeteilt werden. "Dies alles bedarf noch einer politischen Vereinbarung mit Herrn Solana", sagte Larijani, was aber "leicht geschafft werden kann".

Ohne weiter ins Detail zu gehen, kündigte Larijani die Bereitschaft der iranischen Regierung zur Zusammenarbeit in "angemessenem Rahmen" an. Ob dies auch den von den Vereinten Nationen geforderten Stopp der iranischen Urananreicherung umfasse, sagte er nicht.

Ungeachtet entsprechender UNO-Resolutionen hat der Iran in seiner Atomanlage bei Natanz rund 2.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen. Experten erwarten, dass die Zahl der Zentrifugen bis Ende Juli noch auf 3000 erhöht werden könnte.

Der Westen befürchtet, dass das iranische Atomprogramm dem Bau von Atomwaffen dient. Teheran hat dies stets bestritten.

(apa/red)