Iran mit Drohgebärde an westliche Welt:
Heftiger Gegenschlag bei Militär-Angriff

US-Präsident Bush hält sich weiter alle Optionen offen Khameinis Berater spricht sich für Verhandlungen aus

Der Iran hat für den Fall eines Angriffs auf seine Atomanlagen erneut mit einem heftigen Gegenschlag gedroht. Ölminister Nozari bekräftigte am Rande des Welt-Öl-Kongresses in Madrid die Warnung, dass ein militärischer Angriff auf sein Land eine "heftige" Reaktion nach sich ziehen werde. US-Präsident Bush sagte unterdessen, im Atomstreit mit dem Iran seien weiterhin alle Optionen offen.

Irans Ölminister warnte außerdem vor weiter steigenden Rohölpreisen im Falle einer militärischen Aktion. In jüngster Zeit hatten sich die Spekulationen gemehrt, dass Israel einen Angriff auf iranische Atomanlagen planen könnte.

Der EU-Außenbeauftragte Solana nannte die jüngste iranische Reaktion auf das neue internationale Angebotspaket im Atomstreit "interessant". Allerdings liege bisher keine "formale Antwort" vor, sagte eine Sprecherin Solanas in Brüssel.

Teheran prüft Solanas Angebot
Der iranische Ex-Außenminister Velayat, derzeit außenpolitischer Berater des geistlichen Oberhauptes Ayatollah Ali Khamenei, hatte sich für Verhandlungen mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland ausgesprochen. Der iranische Außenminister Mottaki hatte zuvor erklärt, dass Teheran das von Solana vorgelegte Paket "ernsthaft und sorgfältig" prüfen werde.

Das Weiße Haus reagierte skeptisch auf diese Aussagen. Nun sagte Bush im Vorfeld des G-8-Gipfels in Japan nächste Woche, eine diplomatische Lösung stehe an erster Stelle. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung nach Atomwaffen zu streben. Die Führung in Teheran bestreitet dies und weist Forderungen zurück, die Anreicherung von Uran auszusetzen. (apa/red)