Iran bleibt im Atomstreit unnachgiebig: Urananreicherung wird nicht augegeben

Unterhändler Larijani: Keine Angst vor EU-Drohungen Rice: Sanktionen nicht erster Schritt gegen den Iran

Der Iran hat am Samstag bekräftigt, dass es seine umstrittene Urananreicherung im eigenen Land nicht aufgeben wird. Chefunterhändler Larijani sagte am Samstag in Teheran, der Iran sei bereit, für eine begrenzte Zeit der Anreicherung von Uran in Russland zuzustimmen. Vor den EU-Drohungen, den Iran vor den Weltsicherheitsrat zu bringen, habe man keine Angst, so Larijani.

Am Vortag war in Wien ein letzter Versuch der EU, den Iran vor der am Montag geplanten Sitzung des Gouverneursrates der Internationalen Atomenergie-Organisation doch noch zur Aufgabe seiner Urananreicherung zu bewegen, gescheitert. "Der Iran wird sein Recht auf die Atomtechnologie nicht aufgeben, aber für eine Weile die Urananreicherung in ein anderes Land zu verlagern, das eine andere Sache", sagte Larijani weiter.

Russland hatte Teheran als Kompromisslösung vorgeschlagen, Uran in einem Joint-Venture auf russischem Gebiet anzureichern. Moskau will nach Diplomatenaussagen das Unternehmen aber nur gründen, wenn der Iran dafür auf jegliche Urananreicherung im eigenen Land verzichtet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Freitag in Moskau, eine Einigung vor der IAEO-Sitzung sei immer noch möglich.

Rice: Sanktionen nicht der erste Schritt
US-Außenministerin Condoleezza Rice geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass der UNO-Sicherheitsrat schon bald Sanktionen gegen den Iran verhängen wird. Sollte die Internationale Atomenergiebehörde IAEO den Sicherheitsrat wie erwartet in den Konflikt einschalten, sei es unwahrscheinlich, dass das Gremium bereits in einem ersten Schritt Sanktionen gegen die Islamische Republik erlasse, sagte Rice.

"Ich würde erwarten, dass man erst einmal etwas braucht, das der IAEO das Gewicht des Sicherheitsrates verleiht, um den Iran zum Handeln zu bewegen. Aber ich denke nicht, dass darüber gesprochen wird, direkt Sanktionen zu ergreifen", erklärte die Ministerin auf einer Pakistan-Reise mit US-Präsident George W. Bush.

(apa/red)