Irak fordert Rückzug der türkischen Armee: Türkei will PKK-Guerilla bekämpfen

Armee will den wichtigen Stützpunkt Sak einnehmen Bisher starben 153 Rebellen und 17 Soldaten

Irak fordert Rückzug der türkischen Armee: Türkei will PKK-Guerilla bekämpfen © Bild: Saribas

Das irakische Parlament fordert den Rückzug der türkischen Armee. Die türkische Armee ist bis zu sechs Kilometer in irakisches Gebiet einmarschiert, um dort gegen PKK-Stellungen vor zu gehen. Der Irak sieht darin aber vor allem eine Zerstörung der Infrastruktur.

Das irakische Parlament hat die Türkei aufgefordert, ihre Truppen so schnell wie möglich aus dem Norden des Landes abzuziehen. Parlamentspräsident Mahmoud al-Mashhadani sagte nach Angaben der Agentur Aswat al-Irak in Bagdad, die Zerstörung von Infrastruktur im Nordirak werde mit großer Sorge beobachtet. Türkische Truppen und kurdische Rebellen lieferten sich unterdessen heftige Gefechte um einen Stützpunkt der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) rund sechs Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Stellung Sak
Nach Angaben der Streitkräfte der kurdischen Autonomieregierung im Nordirak versuchten türkische Bodentruppen und Luftwaffe ohne Pause, den Stützpunkt Sak zu erobern. Das Lager in einem Tal dient den PKK-Rebellen als wichtige Durchgangsstation auf dem Weg in die Türkei, um dort Anschläge zu verüben. Auch in der gebirgigen Hakurk-Region im Osten nahe der irakisch-iranischen Grenze gingen die Gefechte weiter. Den Angaben zufolge beschossen Kampfhubschrauber dort Rebellenstützpunkte. Die türkische Armee war in den Nordirak einmarschiert, um PKK-Stützpunkte zu zerstören. Bisher kamen bei der Offensive nach türkischen Angaben 153 Rebellen und 17 Soldaten ums Leben.

Türkische Truppen haben nach eigenen Angaben Zugangswege zum Hauptquartier der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK abgeriegelt. Türkische Zeitungen berichteten, dazu seien Spezialeinheiten mit Luftlandeoperationen in die Kandil-Berge gebracht worden, die an der irakisch-iranischen Grenze liegen. Die PKK trat türkischen Berichten über hohe Verluste in ihren Reihen entgegen. Nach kurdischen Angaben behinderte Schneefall den Vormarsch der türkischen Truppen.

Einsatz von Luftlandetruppen
Ein Reporter des TV-Nachrichtensenders Al-Arabiya berichtete von einer weiteren Luftlandeoperation der türkischen Armee unweit der Grenze. Die türkische Luftwaffe hatte nach kurdischen Angaben bereits 300 Angehörige einer Spezialeinheit in der Ortschaft Khamchi abgesetzt. Kämpfe meldeten die irakischen Kurden auch aus der grenznahen Rashawa-Gebirgsregion. Die kurdische Nachrichtenagentur Peyamner berichtete am Dienstag, im Grenzgebiet hätten wegen des türkischen Artilleriebeschusses weitere Familien ihre Bauernhöfe verlassen müssen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus sind in der nordirakischen Stadt Mossul nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 14 Menschen getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden, hieß es. Die US-Streitkräfte haben einen bekannten irakischen Fernsehjournalisten unter dem Verdacht festgenommen, wichtige Informationen über vom Iran gesteuerte kriminelle Aktivitäten in seinem Land zu besitzen. Hafedh al-Beshara solle zu seinem mutmaßlichen Wissen zwei bis drei Tage lang vernommen werden, teilte das US-Militär am Dienstag mit. Besharas Sohn soll Informationen für pro-iranische Gruppen gesammelt und Anschläge gegen irakische und US-Streitkräfte unterstützt haben. Die größte Journalistengewerkschaft forderte die Freilassung Besharas und kritisierte die Polizeiaktion, bei der auch das Studio des TV-Senders Al-Furat im Zentrum Bagdads durchsucht wurde.

(apa/red)