iPhone 4S von

Zahlt sich das 4S aus?

Was das neue Apple-Smartphone kann und wer mit dem Kauf liebäugeln sollte

iPhone 4S - Zahlt sich das 4S aus? © Bild: Apple

Viel wurde im Vorfeld spekuliert, im Endeffekt ist dann doch "nur" ein 4S draus geworden. Das neue iPhone ist seit 28. Oktober bei uns im Handel erhältlich und fand zur Erstauslieferung auch hierzulande regen Absatz. Aber zahlt sich die Anschaffung auch wirklich aus? NEWS.AT hat sich das Update angesehen.

Augenscheinlich mit dem neuesten iPhone anzugeben fällt schwer. Das 4S sieht nämlich wahlweise in Schwarz oder Weiß exakt wie das iPhone 4 aus. Lediglich die Außenkanten verraten dem geschulten Auge, dass zwei Mobilfunkantennen verbaut sind. Das ist auch ein großer Fortschritt, schließlich verhindert dieses neue Design den "Todesgriff" des Vorgängers. Die Lehre aus "Antennagate" und Neuanordnung der getrennten Antennensegmente hat Früchte getragen: Wie auch immer das Handy im Test gehalten wurde, der Empfang wurde nicht schlechter.

Fokus auf innere Werte
Nach außen hin ist fast alles beim Alten geblieben, die wesentlichen Neuerungen stecken im Inneren. Deutlich bemerkbar im Alltag ist dank neuem Zweikern-Prozessor A5 die flüssigere Handhabung. Zwar ist die "Leihgabe" vom iPad 2 langsamer getaktet, Apps starten und werkeln aber dennoch einen Tick flotter vor sich hin und auch das Starten und Herunterfahren des Geräts selbst erfolgt zügiger. Wer viel im Internet surft, kann theoretisch auch von der erhöhten Downloadrate profitieren, die von 7,2 Mbit/s auf 14,4 Mbit/s erhöht wurde. Das setzt aber natürlich auch voraus, dass der Mobilfunkbetreiber seiner Wahl diese Bandbreite unterstützt.

Klein aber fein ist auch das Update der Kamera. Sie verfügt mit acht Megapixel nicht nur über eine deutlich höhere Auflösung, sondern liefert dank Bildstabilisator und höherer Lichtempfindlichkeit auch in schlechteren Umgebungsverhältnissen durchaus brauchbare Ergebnisse ab. Kehrseite der Medaille: Die höhere Auflösung bringt auch größeren Speicherbedarf mit sich. Die Bilder im Test schlugen überraschenderweise nur mit rund 2,5 MB zu Buche. Wirklicher Speicherfresser hingegen sind Videos in Full HD, die mit dem 4S neuerdings auch aufgenommen werden können. Wie praktisch, dass es das iPhone jetzt auch in einer 64-GB-Variante gibt. Die Qualität einer hochwertigen Kompaktkamera darf man sich jedenfalls nicht erwarten, für ein Handy schießt das 4S aber verdammt gute Stand- und Bewegtbilder.

Siri - Ein Killerfeature?
So wie Apple mit dem iPad das seit Jahren scheintote Tablet-Format gesellschaftsfähig gemacht hat, will der Konzern mit dem Sprachassistenten Siri auch die Sprachsteuerung revolutionieren. Die Funktionsweise in grundsätzlich recht simpel: Befehle wandelt Siri in Smartphone-Agenden um, Fragen in eine Internetsuche und liest die Antworten vor. Je einfacher die Aufgabe ist, desto zuverlässiger arbeitet Siri. Weckrufe, Text-Diktate oder Terminabrufe lassen sich beispielsweise kinderleicht befehligen, die Frage nach dem besten Restaurant in nächster Nähe scheitert hingegen komplett. Die Zuhilfenahme von Karten- und Navigationsfunktionen ist derzeit nämlich nur Nutzern aus den USA vorbehalten.

Um Siri nutzen zu können, müssen aber vor allem zwei wesentliche Kriterien beachtet werden: Da der Spachassistent in ständiger Verbindung zu Apple-Servern steht, ist demnach auch ein permanenter Online-Zugang für die Nutzung erforderlich. Weiters kommt Siri weder mit (deutschen) Dialekten noch mit nuschelnden Nutzern zurecht, selbst laute Umgebungsgeräusche stören die erfolgreiche Erkennung von Spracheingaben. Ohne gestochen klarem Hochdeutsch wird man also auch recht wenig Freude am teilweise bemerkenswert wortgewandten Begleiter haben.

Siri gibt prinzipiell einen tollen Ausblick darauf, welche Rolle Handys in Zukunft spielen könnten: Nämlich die einer persönlichen Hosentaschen-Sekretärin. Fakt ist aber auch, dass die Beta-Version derzeit mehr Zeitvertreib als effektive Hilfe darstellt. Apple zeigt hier lediglich vor, wie simpel und teilweise auch charmant solche Systeme prinzipiell zu bedienen sein sollten. Funktionieren tut es deshalb noch lange nicht zuverlässig: Zuviele Faktoren entscheiden über den Erfolg einer Anfrage, die schlechtere Lokalisierung auf Deutsch als auf Englisch ist hierzulande ein weiterer Stolperstein. Dafür fehlen Apple noch die geeigneten Kooperationen (bzw. Datenbanken).

NEWS.AT-FAZIT
Das "S" im Titel könnte eigentlich für "So hätte es von Anfang an sein sollen" stehen: Die Neuinterpretation des iPhone 4 merzt im Prinzip "nur" wesentliche Schwächen des Vorgängermodells aus. Damit stellt es ein hochwertig verarbeitetes Handy mit intuitivem Betriebssystem dar, das den Vorsprung von Android-Geräten (rein technisch) verkleinern aber nicht aufholen kann. Eine Anschaffung macht nebst unbeirrbaren Fans letztlich nur für jene Sinn, die noch ein 3GS oder abwärts benutzen beziehungsweise noch nicht in der "Gigahertz-Generation" der Smartphones gelandet sind und einfache Nutzerführung schätzen. Man sollte aber auch im Hinterkopf behalten, dass es mit dem iPhone 5 vielleicht schon nächsten Juni, aber definitiv nächstes Jahr eine weitaus größere Runderneuerung geben dürfte.

Weiterführender Link:
Technische Spezifikationen (laut Apple)

Kommentare

Samariter1012 melden

iphone 4s Bin entäuscht, das 4S ist Geld nicht Wert. Werde es wieder verscherbeln und auf Samsung Galaxy II umsteigen. Die Zeiten vom iphone scheinen vorbei zu sein, nur Optik und nur das man "In" ist, sind einfach zu wenig.

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Re: iphone 4s iphone 4S hast Du Dir wirklich so eines gekauft ?? schade um die Kohle, natürlich gut für Apple, tut nur fest kaufen, die Amis brauen Devisen .

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