Inzest-Fall von Amstetten: 19-Jährige soll langsam aus dem Koma geweckt werden

Landesklinikenholding: Aufweckphase langer Prozess Funktionen stabil, Medikamente werden reduziert

Inzest-Fall von Amstetten: 19-Jährige soll langsam aus dem Koma geweckt werden © Bild: APA/Oczeret

Die Tochter des 73-jährigen Josef F. wird im Krankenhaus Amstetten aus dem Koma geweckt. Die Vitalfunktionen der 19-Jährigen seien den Ärzten zufolge so weit stabil, dass die Medikamente langsam reduziert werden können.

Die Aufweckphase sei ein langer Prozess, sagte Holding-Sprecher Klaus Schwertner. Prognosen über den künftigen Gesundheitszustand gebe es weiterhin nicht.

Fall ins Rollen gebracht
Die mysteriöse Krankheit der jungen Frau hatte den Fall ins Rollen gebracht. Sie war am 19. April unansprechbar und in lebensbedrohlichem Zustand ins Spital eingeliefert worden. Einige Tage später konnte ihre 42-jährige Mutter, seit 24 Jahren von ihrem Vater im Keller des Hauses gefangen gehalten, den 73-Jährigen überreden, sie zu der Kranken zu bringen. In der Folge wurde die Polizei verständigt, der die 42-Jährige ihre unglaubliche Geschichte erzählte. Der Verdächtige wurde festgenommen und zeigte sich nach anfänglichem Schweigen geständig.

Nach von ihrem Vater verursachten Schwangerschaften musste die Frau im Keller sechs Entbindungen bewältigen. Während drei Kinder in dem Verlies lebten, deklarierte der Verdächtige drei als "Findelkinder" der angeblich bei einer Sekte abgetauchten Tochter und zog sie mit seiner Ehefrau auf. Die Familie wird nun - von Medien abgeschirmt - in der Klinik in Mauer bei Amstetten betreut.

(apa/red)