Internetfilm wird Kunstform im Web 2.0:
Filmfestival führt Virals als Kategorie ein

Mehrere hundert Einsendungen für Preiskategorie Durch neues Medium weite Verbreitung des Formats

Internetfilm wird Kunstform im Web 2.0:
Filmfestival führt Virals als Kategorie ein © Bild: forward.com

Das Internationale Kurzfilmfestival interfilm Berlin hat dieses Jahr mit den sogenannten "Virals" eine neue Festivalkategorie eingeführt. Der Begriff, der sich ursprünglich von der Werbeform des viralen Marketings ableitet, bezeichnet eigens für das Internet produzierte kurze Spots. Diese sind von ihrer Konzeption her so angelegt, dass sie sich durch Weiterverlinkung im Web so schnell und weit wie möglich verbreiten.

"Mit dem 'forward - international viral video award' werden erstmals Virals auf einem Kurzfilmfestival in Deutschland ausgezeichnet", heißt es von interfilm. Schon jetzt seien mehrere hundert dieser Internetfilme aus aller Welt für den Wettbewerb eingereicht worden. "Die große Vielfalt der eingereichten internationalen und originären Virals zeigt uns die weltweite Bedeutung dieser besonderen Art von Kurzfilm", sagt Alexander Stein, Festival Producer und CEO von interfilm.

Neue Kunstform
Virals seien eine neue Kunstform des Web 2.0, bei der es in erster Linie darum geht, Botschaften zu vermitteln. "Ob gesellschaftlich-politische Themen oder Werbebotschaften - ein starker Viral kann Meinungen bilden und widerlegen", erklärt Stein. Ein wesentlicher Unterschied zu traditionellen Kurzfilmen sei, dass Virals zumeist nicht für Kino oder Fernsehen, sondern speziell für das Internet gefertigt werden. "Das Spannende daran ist, dass die Internetfilme nicht unbedingt mit viel Geld, sondern mit der richtigen Idee produziert werden müssen", meint Stein. "Wir sind vor ein paar Monaten im Internet auf Virals gestoßen und haben dann kurzerhand beschlossen, diese neue Kurzfilmform als eigene Kategorie in unser Festival zu integrieren", schildert interfilm-Sprecher Matthias Groll im Gespräch mit pressetext. Das enorme Feedback und die hohe Qualität der bisher eingereichten Beiträge sei eine Bestätigung dafür, dass diese Entscheidung richtig war.

"Kurzfilme sind heute weitaus besser in den Köpfen der Menschen verankert als noch vor einigen Jahren", stellt Groll fest. Das interfilm-Festival habe in dieser Hinsicht viel Arbeit investiert, um diese Kunstform in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Eine genaue Definition davon, was eigentlich unter einem derartigen Film zu verstehen sei, gebe es aber nicht. "Es gibt viele verschiedene Kurzfilme. In der Regel sollten diese nicht länger als 20 Minuten sein", erläutert Groll. Zum Teil würden aber auch Beiträge akzeptiert, die mit bis zu einer Stunde wesentlich länger dauern. "Wichtig dabei ist, dass die Filme in ihrer Präsentation kurz und knackig bleiben", meint Groll. Um einen guten Kurzfilm zu produzieren, brauche es kein großes Budget, oft reiche einfach schon eine gute Idee. "Kurzfilme sind ein sehr spannendes Gebiet. Die meisten ihrer Macher sind noch relativ jung und nutzen dieses Format zum Experimentieren", so Groll.

Noch bis zum 19. September können Beiträge für den "forward - international viral video award" auf www.viralvideoaward.com eingereicht werden. Dies können sowohl eigens für den Wettbewerb produzierte als auch bereits existierende Filme sein. "Ob darin für etwas geworben wird oder nicht, ist egal. Wichtig ist, dass die Filme eine Botschaft vermitteln und mit der Absicht produziert wurden, diese Botschaft viral im Netz zu verbreiten", stellt Groll klar. Nach dem Einsendeschluss stimmt das Publikum über die besten Virals ab. Parallel und unabhängig davon wählt auch die Fachjury ihre favorisierten Spots aus. Die beiden Gewinnerfilme werden dann am 7. November 2008 auf der Veranstaltung zur Festivalkategorie Virals mit dem "forward-award" und jeweils 500 Euro Siegesprämie ausgezeichnet.
(pte/red)