Internet keine Bedrohung für den Handel:
Kunden sehen Net-Shops eher als Ergänzung

8% der Einzelhandelsunternehmen mit Online-Shops Starkes Ungleichgewicht beim Kauf aus dem Ausland

Internet keine Bedrohung für den Handel:
Kunden sehen Net-Shops eher als Ergänzung © Bild: news

Der heimische Internet-Einzelhandel nimmt bisher noch einen geringen Anteil am gesamten Einzelhandel in Österreich ein. Von sämtlichen Einzelhandelsumsätzen in Österreich - 43,7 Mrd. Euro 2006 - seien 1,4 Prozent auf den Internet-Einzelhandel entfallen, ergab eine Studie, die der heimische Handel präsentiert hat.

Derzeit sind demnach rund 3.200 Unternehmen mit Online-Shops im Internet-Einzelhandel tätig, was in etwa 8 Prozent der 41.500 Einzelhandelsunternehmen (mit Sitz in Österreich) entspricht.

Stationärer Handel ist nicht bedroht
"Das Internet ist keine Bedrohung für den stationären Einzelhandel, sondern eher eine Ergänzung", resümierte Ernst Gittenberger von KMU Forschung Austria, Autor und Projektleiter der Studie "Einzelhandel im Internet", am Dienstag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Erich Lemler, dem Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die Statistik
Rund 500 der 3.200 Unternehmen sind laut der Untersuchung reine Internet-Händler, 2.550 Online-Shops werden von stationären Einzelhändlern betrieben und die restlichen 150 seien dem Versandhandel zuzurechnen. Wobei auf Letztere, obwohl sie die geringste Zahl an Online-Shops ausmachen, 45 Prozent (278 Mio. Euro) des Internet-Einzelhandelsumsatzes entfalle, heißt es. Der zweitgrößte Bereich sei mit 243 Mio. Euro der stationäre Einzelhandel, während die restlichen 94 Mio. Euro der reine Internet-Handel ausmache.

Erste Studie in diesem Segment
"Das ist die erste Studie über diesen Bereich im deutschsprachigen Raum", so Lemler. Die Daten basieren auf einer Verknüpfung mehrerer Quellen, u.a. der Befragung von 300 Internet-Einzelhändlern, Konjunkturerhebungen im Einzelhandel, Experteninterviews und die Analyse von Sekundärdaten.

Bevorzugtes Zahlungsmittel ist die Banküberweisung
Auf der Konsumentenseite (Sample 2.000) ergab die Studie, dass 41 Prozent der österreichischen Internetnutzer im Untersuchungszeitraum Mai 2006 bis Juni 2007 im Internet-Einzelhandel eingekauft haben. Dabei wurden durchschnittlich 800 Euro pro Person im Jahr ausgegeben, wobei 10 Prozent davon um mehr als 2.000 Euro einkauften. Für 46 Prozent ist das bevorzugte Zahlungsmittel immer noch die Banküberweisung, gefolgt von der Kreditkarte (34 Prozent). Lediglich 0,4 Prozent vertrauen auf Paysafecards und PayPal.

Ausländische Shops beliebt
Ein starkes Ungleichgewicht herrsche auch beim Kauf aus dem Ausland bzw. Verkauf in das Ausland. Die Exportquote des österreichischen Internet-Einzelhandels liege bei 9 Prozent des Netto-Jahresumsatzes, während umgekehrt die Österreicher rund 53 Prozent (770 Mio. Euro) im ausländischen Internet-Einzelhandel ausgeben. "Die Frage ist, wann die Shops entstanden sind und der Bekanntheitsgrad", so Gittenberger dazu. So habe ein Internet-Unternehmen wie Amazon allein durch sein langjähriges Bestehen einen wesentlichen Vorsprung. (apa/red)