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Wochenend-Vorschau für
Premier League, Bundesliga und Co.

Bayern geschwächt nach Dortmund - Arsenal empfängt Liverpool - Die Highlights

Bayern gegen Dortmund © Bild: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Im internationalen Fußball am Ball zu bleiben, ist kein leichtes Unterfangen. Bundesliga, Serie A, Premier League und La Liga spielen zur selben Zeit. Um den Überblick zu bewahren, gibt es das "Weltfußball-Weekend", die komprimierte Vorschau auf das kommende Wochenende:

Deutsche Bundesliga

Bayern München ist im Kampf um den Meistertitel in der deutschen Bundesliga voll auf Kurs. Gelassen geht der Rekordmeister trotz eines Zehn-Punkte-Vorsprungs auf Verfolger Wolfsburg aber nicht ins anstehende Prestigeduell am Samstag (18.30) bei Borussia Dortmund. Die 0:2-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach sowie die aktuelle Verletzungsproblematik haben ihre Spuren hinterlassen.

Coach Josep Guardiola stehen im Liga-Klassiker neben dem rekonvaleszenten Javi Martinez auch ÖFB-Star David Alaba (Innenbandriss), Arjen Robben (Bauchmuskelriss) und Franck Ribery (Knöchelprobleme) nicht zur Verfügung. Der Einsatz von Holger Badstuber ist fraglich. Für den Startrainer ist es momentan die schwierigste Phase in seiner Bayern-Ära. "Ja", sagte der Bayern-Coach auf eine entsprechende Journalistenfrage.

Guardiola und Alonso
© CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images Durch Alabas Verletzung wurde die Aufgabe für Guardiola nicht leichter

"Es ist ein Clasico. Die Qualität von Dortmund ist sehr hoch. Ich denke, es wird ein super, super Spiel", erklärte Guardiola. Unter seiner Führung gab es gegen Dortmund in sechs Pflichtspielpartien schon drei Niederlagen, bei drei Siegen. Die Dortmunder gehen als Außenseiter in die Partie, brauchen aber dringender Punkte, sollten sie um die Europacup-Plätze noch mitspielen wollen.

Wolfsburg empfängt Stuttgart

Bayern-Verfolger Wolfsburg hat Schlusslicht Stuttgart zu Gast und verteidigt dabei eine Serie von 18 Heimspielen ohne Niederlage. Der Tabellenletzte hofft mit den ÖFB-Legionären Florian Klein und Martin Harnik den Schwung vom 3:1-Erfolg gegen Frankfurt mitnehmen zu können. Hinter Wolfsburg liefern sich Gladbach und Bayer Leverkusen ein Duell um Rang drei und damit den letzten Champions-League-Fixplatz. Gladbach muss beim Siebenten Hoffenheim bestehen, Leverkusen hat mit dem Heimspiel gegen den HSV die vermeintlich leichtere Aufgabe.

Genauso wie Dortmund hat auch der Neunte Werder Bremen den Europacup noch im Visier. In Bremen kommt es am Samstag zum Wiedersehen von ÖFB-Teamspielern. Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl empfangen im Werder-Dress Mainz mit Julian Baumgartlinger. Der FC Köln mit Trainer Peter Stöger und Abwehrspieler Kevin Wimmer will sich mit einem Sieg in Freiburg weiter von der Abstiegszone absetzen. "Wir haben etwas gutzumachen", sagte Stöger mit Blick auf das 1:2 im Achtelfinale des DFB-Pokals Anfang März in Freiburg.

Premier League

Arsenal will seine kleinen Hoffnungen auf den englischen Meistertitel am Samstag mit einem Heimsieg gegen Liverpool am Leben erhalten. Sechs Ligaspiele in Serie haben die "Gunners" gewonnen. Der Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea beträgt acht Runden vor Schluss aber immer noch sieben Punkte. Zudem haben die "Blues" ein Spiel weniger ausgetragen.

Mit dem siebenten Sieg in Serie würde Arsenal zumindest bis am Montag - dann gastiert Meister Manchester City bei Crystal Palace - Platz zwei übernehmen. Vizemeister Liverpool hofft auf Platz vier und die damit verbundene Champions-League-Qualifikation. Nach einem 1:2 vor der Länderspielpause fehlen derzeit fünf Punkte auf Manchester United.

Ringen um Sterling

Im Mittelpunkt stand vor dem Duell die Zukunft von Liverpool-Jungstar Raheem Sterling. Der 20-Jährige will seinen in zwei Jahren auslaufenden Vertrag trotz eines lukrativen Angebotes nicht vorzeitig verlängern. Sterling wird unter anderem mit Arsenal in Verbindung gebracht. "Ich bin ziemlich entspannt, das ist ein Teil des modernen Spiels", meinte Liverpool-Trainer Brendan Rodgers. "Diesen Sommer geht er nirgendwo hin."

Raheem Sterling
© APA/EPA/Peter Powell Halb England reißt sich um Raheem Sterling

Schwere Aufgaben stehen am Samstag den ÖFB-Teamspielern Marko Arnautovic und Andreas Weimann bevor, die bei ihren Clubs zuletzt selten erste Wahl waren. Arnautovic gastiert mit Stoke bei Spitzenreiter Chelsea, Aston Villa bekommt es auswärts mit Manchester United zu tun. Weimann wartet unter dem neuen Villa-Trainer Tim Sherwood seit Mitte Februar auf einen Einsatz in der Startformation. Arnautovic tankte im Nationalteam mit seinem Tor zum 5:0 gegen Liechtenstein Selbstvertrauen. In der Liga hat der 25-Jährige in dieser Saison noch nicht getroffen.

La Liga

Bei der Rückkehr von Trainer Luis Enrique an seine alte Wirkungsstätte will sich der FC Barcelona keinen Ausrutscher leisten. Am Ostersonntag gastiert der Tabellenführer der Primera Division in Vigo. Die dort ansässige Celta stand bis vergangenen Sommer unter dem Kommando von Enrique - und brachte den Ex-Coach in dieser Saison bereits einmal ins Grübeln.

Im November entführten die derzeit zehntplatzierten Galicier mit einem 1:0-Erfolg drei Zähler aus dem Camp Nou. Im heimischen Estadio Balaidos schlug Celta darüber hinaus im Februar Meister Atletico mit 2:0. Barcelona wird jedoch nichts unversucht lassen, den Vier-Punkte-Polster auf Verfolger Real Madrid zu wahren. Superstar Lionel Messi dürfte dem Spitzenreiter nach seiner im "Clasico" gegen Real (2:1) erlittenen Fußblessur wieder zur Verfügung stehen.

Luis Enrique
© LLUIS GENE/AFP/Getty Images Ein besonderes Spiel für Luis Enrique

Real will den Erzrivalen mit einem Heimsieg gegen Granada im Mittagsspiel des Ostersonntags zumindest ein wenig unter Druck setzen. Zehn Runden vor Saisonende in der Meisterschaft sowie das Viertelfinale in der Champions League gegen Stadtrivale Atletico vor Augen kämpfen die Madrilenen um ihre Form. Das 1:2 in Barcelona war die dritte Niederlage in den jüngsten vier Pflichtspielen.

Serie A

Die Meisterentscheidung in der italienischen Meisterschaft scheint gefallen zu sein. Hinter dem überlegenen Tabellenführer Juventus Turin ist allerdings ein harter Kampf um den zweiten Champions-League-Fixplatz im Gange. Die zweitplatzierte AS Roma hat am Samstag die Chance, im Heimspiel gegen den Fünften SSC Napoli einen direkten Konkurrenten deutlich abzuschütteln.

Daniele de Rossi
© APA/EPA/Pasquale Bove Die Roma will gegen Napoli Platz zwei absichern

Die Roma hält nach 28 von 38 Spielen bei 53 Punkten und könnte den Vorsprung auf den alten Rivalen Napoli (47) mit einem Sieg schon auf neun Punkte ausbauen. Punktezuwachs ist aber vor allem auch deshalb wichtig, da den Römern mit Lazio Rom (52), Sampdoria Genua (48) und Fiorentina (46) noch drei weitere Konkurrenten im Nacken sitzen.

Angst vor Ausschreitungen

Beide Teams konnten zuletzt wenig überzeugen. Die Römer gewannen auswärts nur 1:0 gegen den Vorletzten Cesena und mussten sich in den jüngsten elf Spielen gleich mit acht Remis zufriedengeben. Napoli ist vier Partien sieglos und holte dabei nur zwei Punkte. Das Stadio Olimpico dürfte aber nicht nur aufgrund der jüngsten sportlich enttäuschenden Leistung der beiden Mannschaften nur zur Hälfte voll werden. Es geht die Angst vor Fan-Ausschreitungen um. Im vergangenen Mai hatte in Rom vor dem Cup-Finale zwischen Napoli und Fiorentina ein Roma-Ultra Schüsse auf drei Napoli-Fans abgefeuert, wobei einer später im Krankenhaus starb. Deshalb werden auch keine Tickets an Fans aus Neapel verkauft.

Im zweiten Schlager der 29. Runde hat der Sechste Fiorentina den Vierten Sampdoria zu Gast. Der 14 Punkte voranliegende Leader Juventus will im Heimspiel gegen den 13. Empoli den nächsten Schritt zum vierten Titelgewinn in Folge machen. Der zuletzt sechsmal siegreich gebliebene Dritte Lazio Rom ist beim 18. Cagliari auf eine Fortsetzung der eigenen Erfolgsserie aus.

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