Internationaler Frauentag von

Immer noch ungleich

Obwohl Erwerbsbeteiligung steigt: Lohnunterschiede zu Männern nur leicht verändert

Frauenrechte im Jahr 1914. © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Nur langsam kommt die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Österreich voran: Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer, was sich laut Statistik Austria in niedrigeren Pensionen und einem höheren Armutsrisiko niederschlägt. Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen stieg im vergangenen Jahrzehnt allerdings von 59,9 Prozent (2001) auf 66,5 Prozent (2011). Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist jedoch in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen.


Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern haben sich in den vergangenen zehn Jahren nur leicht verändert. Bezogen auf die mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Erwerbstätigen lagen die Einkommen der Frauen 2001 um 40,2 Prozent unter jenen der Männer, 2011 waren es 39,6 Prozent. Werden Teilzeit und nicht ganzjährige Beschäftigung ausgeklammert, zeigt sich etwas mehr Bewegung. Bezogen auf die mittleren Bruttojahresverdienste der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten sank der geschlechtsspezifische Lohn- und Gehaltsunterschied von 22,5 Prozent (2004) auf 18,5 Prozent (2011).

Vergleicht man die auf Bruttostundenverdienste standardisierten Löhne und Gehälter von Voll- und Teilzeitbeschäftigen in der Privatwirtschaft, dann hat sich der "Gender Pay Gap" laut Eurostat von 25,5 Prozent 2006 auf 23,7 Prozent 2011 verringert. Im EU-Vergleich zählt Österreich aber nach wie vor zu den Staaten mit den größten Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern.

Die Schere zwischen den Einkommen von Frauen und Männern klafft in Österreich damit weiterhin besonders weit auseinander - trotz der schon lange erhobenen Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". In der Privatwirtschaft verdienen Arbeiterinnen nur 68 Prozent des jeweiligen Männereinkommens, weibliche Angestellte gar nur 66 Prozent. Im öffentlichen Bereich fällt der Einkommensunterschied deutlich geringer aus.

Immer mehr Teilzeit

In Sachen Bildung haben Frauen jedenfalls aufgeholt: 2010/11 wurden 57,7 Prozent der Reifeprüfungen von Frauen abgelegt und 55,5 Prozent der Studienabschlüsse an Universitäten wurden von Frauen erworben. Bei den Doktoraten sind Männer (58,5 Prozent) allerdings noch in der Überzahl.

Zwar stieg auch die Erwerbstätigenquote, doch die Statistik Austria registrierte auch eine deutliche Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung: Die Teilzeitquote bei erwerbstätigen Frauen erhöhte sich von 34,3 Prozent (2001) auf 44 Prozent (2011). Unter erwerbstätigen Männern ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten trotz eines Anstiegs von 4,4 Prozent (2001) auf 8,9 Prozent (2011) noch immer deutlich geringer. Insgesamt waren 2011 rund 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weiblich.

Schon ein Drittel Aufsichtsrätinnen

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen liegt im Durchschnitt bereits bei 33 Prozent, das geht aus dem zweiten Fortschrittsbericht zur Erhöhung des Frauenanteils hervor, der am Dienstag im Ministerrat beschlossen wird. "Die Ergebnisse sind äußerst positiv", erklärten Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (Sgegenüber der APA. Beide sprachen von einer "Vorreiterrolle" des Bundes.

Die Bundesregierung hat sich im März 2011 verpflichtet, den Frauenanteil in Aufsichtsgremien der Unternehmen, an denen der Bund mit 50 Prozent und mehr beteiligt ist, bis zum 31. Dezember 2013 auf 25 Prozent zu erhöhen. Bis Ende 2018 soll der Anteil auf 35 Prozent angehoben werden. Das Ziel wird jährlich überprüft und dem Ministerrat ein Fortschrittsbericht vorgelegt.

Der Bund ist an 55 Unternehmen mit mehr als 50 Prozent beteiligt. Laut dem aktuellen Bericht weisen 35 Unternehmen bereits eine Bundes-Frauenquote von 25 Prozent oder mehr aus (2011: 27 Firmen). Bei 19 Betrieben beträgt ihr Anteil über 50 Prozent (2011: zwölf Firmen). 20 Firmen erfüllen die 25-Prozent-Vorgabe noch nicht (2011: 28 Firmen). In 14 von diesen 20 Betrieben entsendet der Bund derzeit keine Frau (2011: 17 Firmen), wobei in acht davon (2011: zwölf Firmen) auch die Mitgesellschafter keine Frau in den Aufsichtsrat berufen haben.

Kommentare

Blumenkind124
Blumenkind124 melden

Am Arbeitsplatz hat sich die Situation für Frauen in den letzten Jahren nur minimal verbessert; eigentlich hab ich eher das Gefühl, dass die Probleme nicht verschwinden, sondern sich verlagern.

Hab heute einen Test gemacht, bei dem man sehen kann, wie es mit der Frauenförderung am eigenen Arbeitsplatz aussieht.

Hier der Test, falls es wen interessiert: http://gleichbehandlungscheck.arbeiterkamm

Blumenkind124
Blumenkind124 melden

Hoppla, da hat wohl was mit dem Link nicht funktioniert:
http://gleichbehandlungscheck.arbeiterkammer.at/

Insbesondere die Wehrpflicht für Frauen sollte in A umgehend eingeführt werden um dem Gleichstellungsgesetz auch hier vollumfänglich Rechnung zu tragen. Die Rosinenpickerei durch diverse Frauenverbände in A muss nun durchbrochen werden und die Wehrpflicht auch für Frauen festgeschrieben werden.

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