Integration von

Niessl und Voves
verteidigen Ruf nach Strafen

Voves: Wer von rechten Rülpsern spricht, muss "bescheuert" sein

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Die roten Landeshauptmänner Hans Niessl und Franz Voves haben erneut ihren Ruf nach Sanktionen bei "Integrationsunwilligkeit" verteidigt. Er verstehe die Kritik - etwa jene der Sozialistischen Jugend - "überhaupt nicht", sagte Niessl im ORF-"Report". "Die SPÖ hat sich nie getraut, diese Ängste offen auszusprechen", meinte Voves in der "Kleinen Zeitung".

Lobende Worte fand Burgenlands Landeschef Niessl im "Kurier" für den Vorschlag von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP), eine Verwaltungsstrafe von etwa 1.000 Euro einzuführen, etwa wenn Eltern die Einladung zum Elternsprechtag mehrmals ignorieren: Dies gehe "ganz in die Richtung, die ich mir vorstelle", so Niessl. Für Sozialdienst - wie ihn der oberösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende Reinhold Entholzer kurz angedacht hatte - sei er hingegen weniger, sagte er im ORF.

Niessl für Ethikunterricht und politische Bildung

Niessl will im schulischen Bereich die Lehrer stärken, auch sei die Kooperation der Eltern mit dem Lehrpersonal einzufordern. Auch Ethikunterricht sowie politische Bildung will der Landeshauptmann einführen - und zwar als Pflichtfächer. Diese Fächer sollten auch an Volkshochschulen für Erwachsene angeboten werden, sagte er im "Kurier".

Zur Kritik - die innerparteilich vor allem seitens der Sozialistischen Jugend gekommen ist, die von "rechten Rülpsern" gesprochen hatte - sagte Niessl im "Report": "Ich verstehe die Kritik überhaupt nicht und unterstütze voll und ganz Franz Voves, wir gehen hier in die gleiche Richtung."

Voves verteidigt seine Linie

Der steirische Landeshauptmann verteidigte seine Linie ebenfalls: "Wer auf die Idee kommt, dass das etwas mit rechten Rülpsern zu tun hat, muss bescheuert sein", sagte er in der "Kleinen Zeitung".

Verwaltungsstrafen für Eltern

Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) spricht sich in der "Presse" (Mittwoch-Ausgabe) für Verwaltungsstrafen für Eltern aus, die nicht mit der Schule kooperieren. Er könne zwar die Zahl jener Schüler die sich nicht integrieren wollen, nicht quantifizieren, es gebe sie aber. Lehrer sollten darauf achten, dass in Pausen Deutsch gesprochen wird.

Das Thema Strafen "sollte enttabuisiert werden". Enzenhofer plädiert zudem für eine flächendeckende Einführung eines Ethikunterrichts. Eine Aufstockung der Schulpsychologen begrüßt er, die von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) genannten bundesweit 100 Psychologen zusätzlich seien "gut, aber zu wenig".

Der Gänserndorfer NMS-Direktor Karl Kukutsch wünscht sich in den "Salzburger Nachrichten" Möglichkeiten schneller zu reagieren. "Etwa dann, wenn Eltern drei Mal eine Aufforderung, zur Sprechstunde zu kommen, ignorieren". Er wolle zwar nicht beurteilen, ob es eine Lösung wäre, Geldstrafen zu verhängen. Manche Eltern würden jedoch "wahrscheinlich nur diese Sprache verstehen", so der Direktor.

Kommentare

christian95 melden

Wiederum (diesmal die SPÖ9 ist eine Partei gleichzeitig dafür und dagegen.
Niessl und Voves dafür, Klug und Faymann dagegen ("bremsen" wird dagegen sein nobel umschrieben)

Nudlsupp melden

Ja, Wahnsinn oder? Das habe ich mir auch schon gedacht. Aber ist ja alles erklärbar. Natürlich muß eine Partei verschiedene Meinungen zulassen, natürlich darf man nichts überstürzten, natürlich muß man in den Gremien alles in Ruhe diskutieren. Eben so lange rumeiern, bis sich wieder einmal nichts ändert. :-)

Eloy melden

Es gibt in Ö (zum Glück) noch Parteien in denen man seine Meinung äußern kann ohne gleich ausgeschlossen zu werden, und die Meinung kann nun mal auch von der Parteilinie abweichen.

Net reden, sondern Machen. Versachlicht diese Debatte und grabt so HaTsche und seinen Jüngern das Wasser ab. Wenn Ihr Eure Arbeit ordentlich macht, und alle Menschen anständig behandelt, dann kann er wieder da zurück gehen wo er her ist.

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