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Religiös verbrämter Faschismus

Dschihadisten interpretieren "ihren" Islam totalitär und legitimieren so ihre Morde. Das hat auch eine "christliche" Tradition. Die ist aber hoffentlich (?) überwunden.

Inside - Religiös verbrämter Faschismus © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo
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Der Mann wusste, was er an seinen angeblichen Todfeinden hatte: Der Norweger Anders Breivik, der 2011 77 Menschen brutal hinrichtete, wollte ausdrücklich eine „Al Kaida für Christen“ aufbauen: „Wir schauen darauf, was unsere Vorväter […] taten, und stellen fest, dass wir Europa nur retten können, wenn wir die Prinzipien unserer Vorfahren annehmen. […] Vorwärts, christliche Kämpfer!“ In seinem Kampf gegen den Islam solle der moderne Templer orden die Methoden islamistischer Terroristen übernehmen, aus deren Erfolgen lernen und ihre Fehler vermeiden. Natürlich: Breivik handelte als Einzeltäter. Seinen wirren Thesen folgen höchstens Hunderte Rechtsextremisten und einzelne Nachahmungstäter und nicht Zehntausende Dschihadisten, die schon Tausende „Ungläubige“ in den Tod gerissen haben.

»Auch im Abendland wurden vor Kurzem Millionen aufgrund ihrer Religion getötet«

Dennoch gibt es Parallelen: Wer „seinen“ Gott, „seine“ Kultur, „sein“ Volk für grundsätzlich überlegen hält, will im Extremfall die „anderen“ auslöschen, verachtet die zivilisatorischen Errungenschaften der Aufklärung, Toleranz und Demokratie. Nicht nur im islamisch geprägten, davon kaum erfassten „Morgenland“. Auch im „Abendland“ wurden bis vor 70 Jahren Millionen Menschen aufgrund ihrer Rasse/Religion vernichtet. Den religiös verbrämten Faschismus gibt es heute global, auch Moslems werden gejagt, von jüdischen, hinduistischen, buddhistischen Extremisten. Und: Schiiten von Sunniten und umgekehrt. Dagegen hilft nur – siehe Paris – ein Schulterschluss aller Demokraten, überparteilich, übernational, überkonfessionell. Die derzeit gefährlichsten Terroristen berufen sich auf eine mittelalterliche, buchstabengetreue Auslegung des Koran. Umso wichtiger die verbale Distanzierung aller anderen Moslems,

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