Inside Iran: Der neue Khomeini

Sündenbock USA: Kampf dem Satan

Inside Iran: Der neue Khomeini

Neue Härte: So will Ahmadinejad die islamischen Werte wieder aufpolieren. Frauen zurück in den Tschador, Importstopp für westliche Waren: NEWS- Report vom Anti-US-Feldzug Ahmadinejads.

"Natürlich trage ich Jeans mit bunten Jacken", sagt die Krankenschwester Sara selbstbewusst. Es ist Freitag, Feiertag in der Islamischen Republik. Sara trifft sich mit Freundinnen in einem angesagten Café im eleganten Norden Teherans. Die Frauen rauchen entspannt Zigaretten und Wasserpfeife. Die Art, wie sie ihr Kopftuch tragen, hat im Iran einen Namen, einen englischen noch dazu: „Bad Hijab“ – „schlechtes Kopftuch“. Es verdeckt kaum die Frisur.
Unter Reformpräsident Mohammed Khatami konnten iranische Frauen dieses Stück Freiheit erobern und sich aus dem Stoffgefängnis des Tschadors wagen. Jetzt ist der provokante „Bad Hijab“ zum politischen Statement gegen den neuen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad geworden, der sich zum „wahren Erben von Revolutionsführer Ruhollah Khomeini“ stilisiert: im Ausland und immer mehr auch daheim.

Islamische Gegenreform. Vor bald einem Jahr wurde Ahmadinejad gewählt, und im Ausland wird vor allem sein Konfrontationskurs mit den USA und Israel wahrgenommen. Innenpolitisch segelte der Techniker und Ehemann einer Universitätslehrerin einen verwirrenden Zickzackkurs. Nun, pünktlich zu seinem einjährigen Amtsjubiläum, wird das wahre Profil des Präsidenten sichtbar: Immer mehr Erlässe entlarven die Militanz, mit der er die Grundsätze der Islamischen Republik wieder aufpolieren will.

Vergangene Woche hat das Parlament einem neuen Gesetz zugestimmt, das wirtschaftliche Anreize für jene Frauen bietet, die statt des „Bad Hijab“ brav den Tschador tragen. Dazu wurden die Frauenpatrouillen aufgestockt, die die Kleidervorschrift überwachen. Wird Haar gezeigt, drohen bis zu 500 Euro Strafe oder eine Woche Gefängnis. „Was wollen sie tun? Alle Frauen, die sich kleiden wir wir, ins Gefängnis stecken?“, empört sich Sara: „Wir wollen leben, nicht lebendig begraben sein.“

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