Inside Hisbollah: Die Schatten-Armee

20.000 Mann, Raketen und ständig Nachschub aus dem Iran.

Inside Hisbollah: Die Schatten-Armee

Sie leistet Israel überraschend starken Widerstand. Ihr Geheimnis: High-Tech-Waffen, Guerilla-Taktik und religiöser Fanatismus.

Amir lehnt an einem zerbombten Hauseingang in einem Vorort von Tyrus
im Südlibanon und wartet ab. Er trägt eine Militärhose und ein schwarzes T-Shirt, Turnschuhe. In der Linken hält der Sechzehnjährige ein Handy, in der Rechten ein Walkie-Talkie, Waffe hat er keine. Hört er israelische Kampfbomber, verschwindet er in einer bunkerartigen Garage und schreit Codewörter in sein Funkgerät. Sind die israelischen Bomber über seine Stellung hinweggezogen, taucht er wieder auf und knattert mit seinem Moped zu einer anderen Garage. Amir ist einer von Hunderten „Meldern“ innerhalb der Armee der Hisbollah, er hat drei Aufgaben: Beobachten, mit dem Walkie-Talkie die Schattenkrieger der Katjuscha-Kämpfer dirigieren, gezielt mit dem Handy Fehlinformationen weiterleiten.

Ständige Nadelstiche. „Asymmetrische Kriegsführung“ nennen Experten diese Taktik: Ein militärisch haushoch überlegener Staat (Israel) trifft auf einen (scheinbar) hoffnungslos unterlegenen, aber zum Letzten entschlossenen und bestens trainierten Gegner, wie die Hisbollah. Verteilung, Tarnung, Deckung und überraschendes Zuschlagen beim Auftauchen des Angreifers, das sind die Grundsätze des Hisbollah-Krieges. Mit dieser „no loss strategy“ halten die Gotteskrieger seit fast einem Monat die mächtigste Armee des Nahen Ostens auf Distanz, können sogar Erfolge verbuchen. Das Paradoxe an dem Krieg
ist nämlich, dass Israel die Angriffe auf den Libanon einerseits zu heftig geführt hat, denn zu viele Zivilisten (schon mehr als 1.000) sind getötet worden. Andererseits waren sie aber nicht heftig genug, um die Hisbollah entscheidend zu schwächen, schließlich fliegen immer noch rund 200 Raketen täglich in Richtung Israel.

Krieg der Zukunft. Nie zuvor hat sich eine Guerillatruppe die asymmetrische Kriegsführung so systematisch zunutze gemacht wie jetzt die Hisbollah. Die Kämpfer verbunkern sich in bewohntem Gebiet, operieren mitten aus der Bevölkerung heraus. 100 Dollar, so wird berichtet, erhalten jene Familien im Monat, die Raketen unterm Haus oder in der Garage verstecken. Über 12.000 Katjuscha-, Fajr- und Zelzal-Raketen soll die Hisbollah noch verfügen. Dazu Tausende französische Milan- und russische Metis-M- und AT-4-Spigot-Panzerabwehrraketen, das Arsenal einer perfekt ausgestatteten Nahkampfarmee.

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