Innauers Tournee-Bilanz: "Gewinnen ist schwer geworden"

Andreas Widhölzl muss Spezialtraining absolvieren PLUS: Alle Ergebnisse und die Gesamtwertung!

Toni Innauer schwankt zwischen Zufriedenheit und leichter Enttäuschung. Die ÖSV-Springer hatten bei der Vierschanzen-Tournee bis zum Schluss für Spannung gesorgt. Am Ende blieben für Martin Höllwarth der zweite Gesamtrang sowie die Plätze drei und zwei in Oberstdorf bzw. Garmisch. Der Gesamt-Vierte Thomas Morgenstern lag nach Rang zwei beim Auftakt noch drei Mal unter den Top Ten. Andreas Widhölzl fliegt aus dem Weltcup-Team und muss ein Spezialtraining absolvieren.

"Wir haben es vier Mal dem Sieger nicht leicht gemacht, nichts war entschieden, bevor der letzte Österreicher herunten war", bilanzierte der ÖSV-Sportdirektor, den nur eines störte: "Dass wir trotz zweimaliger Führung nicht gewonnen haben." In den vergangenen 16 Tourneebewerben gab es zwar 13 Podestplätze, ein Sieg gelang aber nicht. "Gewinnen ist schwer geworden", meinte Innauer.

Lufthauch fehlte
Topform alleine sei diesmal zu wenig gewesen, es hätte auch der Unterstützung durch einen Lufthauch bedurft. "Es hat Jahre gegeben, da hätte Höllwarth mit seiner diesmal gezeigten Konstanz die Tournee gewonnen", erklärte der Olympiasieger von 1980.

Großartiges Comeback von Morgenstern
Höllwarth hatte sich vorgenommen, acht gute Wettkampfsprünge zu zeigen und dieses Ziel hat der Zillertaler erreicht. Dass einer besser war, musste er akzeptieren. "Ich bin glücklich, das war sicher meine stärkste Tournee. Leider hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt", meinte die aktuelle Nummer eins des ÖSV-Teams. Thomas Morgenstern hat bei der Tournee ein großartiges Comeback geschafft. Dass es in Bischofshofen nicht zum Sieg gereicht hat, nahm der Kärntner nicht tragisch. "Ich war einmal Zweiter und in allen vier Bewerben unter den besten Acht, was will man als Siebzehnjähriger mehr", sagte Morgenstern.

Spezialtraining für Widhölzl
Trainer Hannu Lepistö war enttäuscht, dass es zu keinem Sieg gereicht hatte. "Außerdem ist das Loch zwischen Höllwarth, Morgenstern und dem Rest zu groß", meinte der Finne, der für Liberec Umstellungen im achtköpfigen Weltcup-Team vornahm. Wolfgang Loitzl kommt an Stelle von Martin Koch zum Zug und Christian Nagiller ersetzt Andreas Widhölzl. Der Tiroler Widhölzl, Österreichs bisher letzter Tourneesieger (1999/2000), wird ein Spezialtraining absolvieren.

(apa)