Inflationsrate stieg im März spürbar an: Teuerung hat von 1,6 auf 1,8 % zugelegt

Stärkste Preistreiber: Wohnen, Wasser und Energie Inflation in der Eurozone leicht auf 1,9 % gestiegen

Inflationsrate stieg im März spürbar an: Teuerung hat von 1,6 auf 1,8 % zugelegt

Die Inflationsrate ist in Österreich im März spürbar angestiegen und hat von 1,6 auf 1,8 Prozent im Jahresabstand zugelegt. Die größten Preistreiber waren dabei wie in den Vormonaten die Ausgabenbereiche "Wohnung, Wasser und Energie" sowie "Nahrungsmittel", die gemeinsam zwei Drittel der Teuerungsrate ausmachen.

Der für die Europäische Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich nach Angaben der Statistik Austria von 1,7 auf 1,9 Prozent. Auf Basis konstanter Steuersätze legte der HVPI von 1,8 auf 2,0 Prozent zu.

Der heimische Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag mit 2,5 (2,2) Prozent Jahresteuerung wie üblich über dem allgemeinen VPI. Gegenüber dem Vormonat Februar stieg der allgemeine VPI im März um 0,5 Prozent; der HVPI legte im gleichen Ausmaß zu. Der Index für den privaten Pkw-Verkehr sank im Jahresabstand um -0,6 (-1,2) Prozent, stieg aber im Monatsabstand um 0,6 Prozent.

Haushaltsenergie 6,2 Prozent teurer
"Top-Preistreiber" war in Österreich im März wie in den Vormonaten die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (+4,8 Prozent im Schnitt). Allein diese Gruppe zeichnet für etwa die Hälfte der Jahresinflation verantwortlich, wie die Statistik Austria am Montag erklärte.

Bei Haushaltsenergie gab es Preissteigerungen von 6,2 Prozent (Strom +9 Prozent, Gas +10 Prozent, Heizöl aber -4 Prozent). Die Preise für Instandhaltung von Wohnungen stiegen um 4,6 Prozent, überwiegend wegen höherer Materialkosten (+5,5 Prozent). Betriebskosten für Wohnungen verteuerten sich insgesamt um 6 Prozent (BK für Mietwohnungen +7 Prozent, für Eigentumswohnungen +5 Prozent).

Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln
Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (+3,1 Prozent) verursachte ein Fünftel der Jahresinflation. Dafür waren fast allein Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln (+3,3 Prozent) verantwortlich.

Brot und Getreideerzeugnisse wurden 3 Prozent teurer (u.a. Weißbrot +6 Prozent, Gebäck +4 Prozent), Fleischprodukte ebenfalls um 3 Prozent. Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich um 4 Prozent (Vollmilch +5 Prozent, Eier +9 Prozent), ebenso wie Obst und Gemüse (zB Äpfel +7 Prozent, Kartoffel +28 Prozent).

Bei der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" stiegen die Preise im Schnitt um 3,1 Prozent. Den größten Einfluss auf die Inflation innerhalb dieser Ausgabengruppe hatten die um 2,3 Prozent teureren Bewirtungsdienstleistungen. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 6,9 Prozent.

EDV-Geräte als Dämpfer
Inflationsdämpfend wirkte dagegen die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich -1,0 Prozent im Jahresabstand; Audiovisuelle, fotografische und EDV-Geräte insgesamt -7,0 Prozent). Ein weiterer Inflationsdämpfer war, wie im Monat davor, die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -0,5 Prozent; Normalbenzin, Superbenzin und Diesel je -4 Prozent).

Im Schnitt 2,9 Prozent billiger als vor einem Jahr waren die Preise in der Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (Telefon- und Telefaxdienste -3 Prozent).

Bekleidung und Schuhe wurden teurer
Im Monatsabstand war die Gruppe "Bekleidung und Schuhe" fast einziger "Haupt-Preistreiber". Ohne deren massive Preissteigerungen (+10,7 Prozent) hätte die durchschnittliche Veränderungsrate gegenüber Februar 0,0 Prozent betragen, so die Statistik Austria; tatsächlich legte der VPI von Februar auf März um 0,5 Prozent zu. Begründet seien die massiven Preisanstiege mit dem saisonalen Verlauf der Bekleidungspreise. Nach dem Winterschlussverkauf sei die Frühjahrs- und Sommergarderobe in den Geschäften eingetroffen.

Die Preise für Bekleidung, hauptverantwortlich für die Teuerungen dieses Bereichs, stiegen im Monatsabstand um 11,8 Prozent (darunter Damenhose +34 Prozent, Damenpullover +31 Prozent, Damenjacke +22 Prozent, Damenshirt +9 Prozent; Herrenjacke +25 Prozent, Herrenhemd +14 Prozent, Herrenanzug +19 Prozent).

Schuhe verteuerten sich "nur" um insgesamt 5,8 Prozent.(Damensommerschuhe +12 Prozent; Kinderhalbschuhe +8 Prozent). In der Ausgabengruppe "Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses" waren Möbel (+2 Prozent) hauptverantwortlich für die Preissteigerungen von 0,7 Prozent.

Leichte Preisrückgänge gab es in der Ausgabengruppe "Verkehr" (-0,6 Prozent). Durchschnittliche Preissteigerungen von 3 Prozent bei Treibstoffen (Normalbenzin und Superbenzin jeweils +3 Prozent, Dieseltreibstoff +2 Prozent) konnten die starken Verbilligungen von Flugtickets (insgesamt -23 Prozent) nur etwa zur Hälfte kompensieren.

Ebenfalls leicht sinkende Preise wies die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" auf (-0,2 Prozent). Verbilligungen gab es hier vor allem bei Ausrüstung für Sport im Freien (-4,4 Prozent; Schi -14 Prozent).

Inflation in der Eurozone leicht auf 1,9 % gestiegen
Die jährliche Inflationsrate der Eurozone ist im März 2007 wieder leicht angestiegen. Nach 1,8 Prozent im Februar lag sie nach vorläufigen Zahlen im März bei 1,9 Prozent. Im Jahr davor hatte die Preissteigerungsrate 2,2 Prozent betragen.

Auch in der gesamten EU lag die Inflationsrate mit 2,2 Prozent über dem Wert von Februar von 2,1 Prozent. Im März des Vorjahres hatte sie ebenfalls 2,1 Prozent ausgemacht.

(apa/red)